Das mathematische Berlin
Historische Spuren und aktuelle Szene
ISBN 978-3-86368-013-8erschienen Mai 2011 Zum Buch...
Mathematische Orte mit Tradition.Mathematische Orte mit Tradition. Akademie der Wissenschaften.
Die Akademie der Wissenschaften nahm nach der Gründung im Jahr 1700 ihren Sitz in der Dorotheenstadt in einem Gebäudekomplex, der sich zwischen dem Boulevard Unter den Linden (heute Nr. 8) und der Dorotheenstraße (heute Nr. 27) befand. Der an den Linden gelegene Trakt dieses Baus war ursprünglich 1687/88 von Arnold Nering als Marstall für 200 Pferde des kurfürstlichen Hofes errichtet worden. Von 1695 bis 1697 wurde das Gebäude für die Akademie der Künste um ein Stockwerk erhöht. Martin Grünberg erweiterte die Anlage von 1696 bis 1700 auf das Doppelte bis zur Dorotheenstraße, und von 1700 bis 1711 wurde zusätzlich vom selben Baumeister ein Observatorium an der Dorotheenstraße errichtet. Die Akademie der Wissenschaften war in den ersten Jahrzehnten in den sehr bescheidenen Räumlichkeiten im Dorotheenflügel untergebracht. Nachdem die Stallgebäude Unter den Linden im Jahr 1742 abgebrannt waren, erstellte Johann Boumann d. Ä. von 1747 bis 1749 auf demselben Grundstück einen Neubau, in dessen westlichen Teil 1752 die Akademie der Wissenschaften einzog. Das gesamte Bauwerk wurde ab 1903 abgerissen, und von 1904 an wurde in dem Karree Unter den Linden, Charlottenstraße, Dorotheenstraße, Universitätsstraße, das inzwischen unter dem Namen Akademieviertel bekannt war, ein neuer Komplex nach Plänen von Ernst von Ihne errichtet. 1914 zog die Akademie gemeinsam mit der Staatsbibliothek und der Universitätsbibliothek in den Neubau ein, wobei ihre Räume im südöstlichen Bauteil lagen. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Baukomplex erheblich zerstört. Bis zur Wiedereröffnung der Akademie im Jahr 1946 war ein Teil der Räume so weit instand gesetzt, dass an diesem traditionellen Standort Sitzungen abgehalten werden konnten. 1949 wurde der Akademie als Hauptsitz zusätzlich ein Gebäude am Gendarmenmarkt übereignet, das die Bombenangriffe relativ unbeschädigt überstanden hatte und nach Plänen des Architekten Hans Scharoun für die Akademie umgebaut worden war. Dieses Haus war zwischen 1901 und 1903 von Paul Kieschke für die Preußische Seehandlung auf dem Gelände des Vorgängerbaus neu errichtet worden und hatte in den 1930er Jahren Erweiterungsbauten erhalten. Die Preußische Seehandlung war ursprünglich eine staatliche Handelsgesellschaft, die 1772 unter Friedrich II. zur Förderung der Wirtschaft gegründet worden war, sich aber bald zu einem unabhängigen Geld-, Kredit- und Handelsinstitut entwickelte und ab 1918 Preußische Staatsbank (Seehandlung) hieß. Der Gendarmenmarkt wurde wenige Monate nach dem Einzug der Akademie in Platz der Akademie umbenannt und behielt diesen Namen bis 1991 bei. Mit dem Ausbau zu einer Forschungsakademie in DDR-Zeiten und der damit verbundenen Einstellung zahlreicher Mitarbeiter wurden der Akademie weitere Gebäude zugewiesen, wie das frühere preußische Herrenhaus in der Leipziger Straße (seit dem Jahr 2000 Sitz des Bundesrats). Heute hat die BBAW ihren Hauptsitz in dem nach der Wende zum Teil renovierten Gebäude am Gendarmenmarkt, in dem schon die Akademie der DDR residierte. Das Archiv befindet sich ebenfalls in diesem Haus, mit einer Nebenstelle am Hausvogteiplatz. Im historischen Akademiegebäude Unter den Linden ist die Bibliothek der BBAW untergebracht. |
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