Vorbericht des ÜbersetzersFrancesco Algarotti ward zu Venedig den elften December 1712 geboren; sein Vater war Rocco Algarotti, ein wohlhabender Kaufmann. Die erste Ausbildung als Knabe erhielt Francesco in dem Collegio der Nazarener in Rom, von wo ihn jedoch der Vater, als er vierzehn Jahr alt war, zurückrief und in Venedig für seine Erziehung sorgte. Nach dem Tode des Vaters übernahm der ältere Sohn, Bonomo Algarotti, die Sorge für den jüngeren Bruder und übergab ihn dem berühmten Mathematiker Manfredi in Bologna, wo unter den Lehrern der Universität sich besonders der Philosoph Zanotti für das frühzeitig ausgezeichnete Talent des jungen Algarotti interessirte. Sechs Jahre brachte er mit philosophischen Studien hier zu, die er jedoch in weiterem Umfange, als es gewöhnlich zu geschehen pflegt, nahm, da er sich zugleich sehr ernstlich mit Poesie, Kunstgeschichte, Physik und Anatomie beschäftigte, welche letztere Wissenschaft er in künstlerischer Absicht trieb, um eine genaue Kenntniß von dem Bau des menschlichen Körpers zu erhalten. Als Schriftsteller machte sich Algarotti noch während seines Aufenthalts in Bologna durch einige Abhandlungen astronomischen Inhalts, welche in den Jahrbüchern der Academie erschienen, bekannt, so daß ihn schon damals Clairaut und Maupertuis einluden, sie zur Erdmessung nach Schweden zu begleiten, was er indessen ablehnte. Vornehmlich beschäftigte ihn in dieser Zeit Newton, dessen System er sich ganz anzueignen suchte, ohne tiefer in die Naturwissenschaft selbst einzudringen. Er begann damit, daß er Newtons Licht- und Farbenlehre gegen Rizzetti vertheidigte, welcher die, zum Theil sehr unhaltbaren, Hypothesen des Engländers zuerst in einer Abhandlung de luminis affectionibus in Zweifel zog, wogegen Algarotti eine Abhandlung: »de colorum immutabilitate « schrieb und in Bologna und Venedig Lehre mit Experimenten öffentlich vortrug. Einen zweiten Gegner fand Algarotti an Dufay in Paris, gegen welchen er ebenfalls zwei Abhandlungen schrieb, die sich des Beifalls Voltaires erfreuten, welchen Algarotti auf seiner Rückreise von Paris in Cyrey aufsuchte. Voltaire munterte den zwei und zwanzigjährigen Jüngling auf, die Vertheidigung Newtons weiter durchzuführen und da Algarotti anfänglich nur Gespräche unter dem Titel »Newtonianismo per le Dame« geschrieben, veranlaßte er ihn zu einem ausführlicheren Werke: »Dialoghi sopra l’ottica Neutoniana,« welches zuerst 1737 in Mailand mit der Firma »Neapel« gedruckt erschien und bald in alle Sprachen, selbst in das Russische übersetzt wurde. Göthe erwähnt dieser Gespräche Algarotti’s in seiner Farbenlehre Th. II. S. 517. »Algarotti, heißt es daselbst, betrat die Pfade Fontenelle’s aber nicht mit gleichem Geist, gleicher Anmuth und Glück. Er befindet sich zwar auch in der Gesellschaft einer schönen Marchesina, an welche viel Verbindliches zu richten wäre, umgeben von der schönsten italienischen Gegend; allein Himmel und Erde, mit allen ihren bezaubernden Farben, bieten ihm keinen Anlaß dar, in die Materie hinein zu kommen. Die Dame muß zufälliger Weise in irgend einem Sonett von dem siebenfachen Lichte gelesen haben, das ihr denn freilich etwas seltsam vorkömmt. Um ihr nun diese Phrase zu erklären, holt der Gesellschafter sehr weit aus, indem er als ein wohlunterrichteter Mann von der Naturforschung überhaupt und über die Lehre vom Licht besonders manches Historische und Dogmatische recht gut vorbringt. Allein zuletzt, da er auf die Newtonische übergehen will, geschieht es durch einen Sprung, und wer ein Buch mit Aufmerksamkeit zu lesen gewohnt ist, wird sogleich das Unzusammenhängende des Vortrags empfinden. Die Lehre kommt von nichts und geht zu nichts; er muß sie steif und starr hinlegen, wie sie der Meister überliefert hat. Auch zeigt er sich nicht einmal so gewandt, die schöne Dame in Newtons dunkle Experimentirkammer zu führen, wohin er ja allenfalls, des Anstandes und selbst des besseren Dialogs wegen eine Vertraute mitnehmen konnte. Diese Schrift scheint auch die Veranlassung gewesen zu sein, daß Friedrich bereits als Kronprinz auf Algarotti aufmerksam wurde, dessen Voltaire sowohl als Maupertuis in ihren Briefen rühmlich gedachten. Als er daher im Jahre 1739 auf seiner Rückreise von Petersburg, wohin ihn Lord Baltimore von London aus mitgenommen, durch Berlin kam, versäumte er nicht dem Kronprinzen seine Aufwartung zu machen, von welchem er eine Einladung nach Rheinsberg erhielt. »Ihm stellte sich — so berichtet Michelessi, — Algarotti in keiner anderen Begleitung vor, als in der des Ruhmes seiner Kenntnisse und seiner gedruckten Werke, mit jenem überredenden Wort, welches auf seiner Lippe schwebte, mit jener lebhaften Beredsamkeit, die man in seinen Augen, in seinem Wesen, auf der freien, heitren Stirn lag, der Verkündigerin eines reinen, rechtlichen Gemüthes, welches wegen seines Familien-Reichthums sich frei von jeder niedrigen Absicht des Gewinns hielt.« — Acht Tage brachte Algarotti in Rheinsberg zu und schon jetzt machte ihm Friedrich Anträge, ihn für immer bei sich zu behalten. Algarotti war indessen noch an den Lord Baltimore gebunden, mit dem er nach London zurückreiste. Sogleich nach seiner Thronbesteigung lud Friedrich ihn auf’s dringendste ein, zu ihm nach Berlin zu kommen und jetzt erfüllte Algarotti den Wunsch seines königlichen Freundes und traf noch im Jahre l740 in Potsdam ein. Im Monat Juli dieses Jahres begleitete er den König nach Königsberg zur Huldigung und befand sich bei allen Festlichkeiten in der nächsten Umgebung des Königs, der ihn bald darauf in den Grafenstand erhob, mit der Bestimmung, daß derselbe auch seinem Bruder und ihrer beider Nachkommenschaft zu Theil werden sollte. Die Kammerherrnwürde und den Orden pour le mérite erhielt Algarotti erst im Jahre 1747. Nach der Erbhuldigung in Berlin, welche am 2ten August statt fand, reiste der König nach Wesel, wohin ihn Algarotti ebenfalls — und zwar immer mit ihm in demselben Wagen. — begleitete. Nach einem Ausfluge nach Straßburg, wohin Friedrich als Graf Desfours reiste, um die französischen Truppen zu sehen, kehrte er nach dem Schlosse Moyland bei Cleve zurück, wo er Voltaire als Gast empfing und in der Gesellschaft dieses geistreichsten aller Franzosen einige heitere Tage verlebte. Wenn auch der italienische Biograph Algarotti’s öfter darauf zurückkömmt, daß derselbe von Friedrich nie etwas anderes verlangt habe, als die Vergünstigung, als Gast an seinem Hofe leben zu dürfen, so geht doch aus dem Briefwechsel hervor, daß Algarotti sich sehr bald um eine einflußreiche Anstellung, wahrscheinlich um einen Gesandtschaftsposten, bewarb. So sehr indessen Friedrich die Dichter und Literaten als angenehme, ihm unentbehrliche Gesellschafter, begünstigte, so war er dennoch keineswegs geneigt, ihnen eine Einmischung in die Staatsangelegenheiten zuzugestehen, weshalb er auch den Grafen Algarotti unter dem höflichen Vorwande, daß er ihn für ganz besonders wichtige Dinge reserviren müsse, zur Geduld verweist. Mehr um ihm Gelegenheit zu einer angenehmen Reise zu geben, als um ihn als Staatsmann zu beschäftigen, schickte ihn Friedrich im Jahre 1741 mit Aufträgen an den Hof von Turin, die jedoch von keiner besonderen Bedeutung gewesen sein mögen. Zwar ist Friedrich sehr empfindlich, als ihm im Feldlager 1742 das Gerücht zu Ohren kömmt: Algarotti habe den Posten eines Königlich Polnischen Residenten in Venedig angenommen, und obwohl es sich als unwahr erweist, so giebt er ihm dennoch keine Anstellung im Staatsdienst, sondern nur den Titel eines Kammerherrn und fordert ihn auf, den Musen und der Wissenschaft seine ganze Thätigkeit zu widmen. Die Ernennung zum Kriegsrath kann mehr nur für einen Scherz gelten, mit dem er, den Dichter des »Congresses Cytherens« eine unschuldige Freude machen wollte. Einen Gehalt von jährlich 1200 Rthl., welche der König Algarotti anbot, lehnte dieser auf eine unhöfliche Weise ab, worüber es zwischen beiden Freunden zu sehr empfindlichen Erörterungen kam. Es spricht sehr für die milde Sinnesart des Königes, daß er einen solchen Bruch wieder auszugleichen wußte. Obwohl Algarotti wegen Kränklichkeit den Aufenthalt im Norden aufgeben und den König um seinen Abschied bitten mußte, so betrachtete er sich dennoch, wenn ihm von anderen Höfen Anträge zu einer Anstellung gemacht wurden, fortwährend als im Dienste Friedrichs. Als ihm der Infant-Regent von Parma bei seinem dortigen Aufenthalt so auszeichnete, daß die anderen Hofleute eifersüchtig wurden, verließ Algarotti Parma und schrieb dann an seinen Bruder: »Sie fürchteten dort und der Senator Balbi schien es für gewiß anzunehmen, daß der Infant mir unter den annehmlichsten Bedingungen den Antrag machen würde, an seinem Hofe zu bleiben. Ich habe ihm darauf geantwortet, was ein Mann von Gewissen und Ehre, der Kammerherr des Königes von Preußen ist, an welchen Dienst mich die Bewunderung eben so sehr, als die Dankbarkeit bindet, antworten mußte. Ich spreche mich gegen dich hierüber so ausführlich aus, nicht als ob du meine Gesinnung nicht ganz genau kenntest, sondern damit du, wenn es Noth thun sollte, dem Balbi in den Kopf einhämmern mögest, daß ich bin und immerdar sein werde, Kammerherr des Königes von Preußen und daß mir kein Antrag gemacht worden ist und seiner von mir angenommen werden würde, wenn man mir ihn machte.« So sehr sich nun auch, diesen Aeußerungen zufolge, Algarotti als Diener Friedrichs II. betrachtete, so machte er doch von der ihm verstatteten Freiheit, sich seinen Aufenthalt nach Gefallen wählen zu dürfen, vollen Gebrauch. Aus den Briefen an den König, so wie aus den, in dem 9. und 10. Bande seiner Werke mitgetheilten, geht hervor, daß er, nachdem er von seiner Sendung nach Turin im Jahre 1742 auf einige Zeit nach Dresden zurückgekehrt war, in den Jahren 1743, 44 und 45 mehrentheils in Venedig lebte, dann in den Jahren 1746 und 47 nach Dresden und Potsdam zurückkehrte. Aus Potsdam finden sich Briefe bis zum 9. März 1748 vor und vom 25. März dieses Jahres schon wieder einer aus Venedig. Einen längeren Aufenthalt bei dem Könige machte er in den Jahren 1749 bis zum Februar 1753; seine Gesundheit konnte das kalte Clima nicht vertragen, er empfand, wie er sagt, »dasselbe Heimweh nach dem milden Himmel Italiens, welches die Schweizer nach ihren Bergen zurückzieht« und erhielt im Jahre 1754 den erbetenen Abschied. Von jetzt an lebte er mehrere Jahre abwechselnd in Venedig und Bologna, und wählte dann, auf den Rath seiner Aerzte, Pisa zu seinem Aufenthalt, wo er am 3. Mai 1764 im zweiundfünfzigsten Jahre verschied. Friedrich hatte, wie wir aus seinen Briefen sehen, ihm fünfundzwanzig Jahre lang die treueste Theilnahme eines Freundes bewiesen; auf seinem Krankenlager forderte er ihn auf, ihn von seinem Zustande genau in Kenntniß zu setzen, damit er seine Leibärzte darüber zu Rathe ziehen könne. — In den Stillen, mit den Kunstwerken vieler Jahrhunderte prächtig geschmückten Hallen des Campo santo in Pisa liegt Algarotti beerdiget und hier ward ihm auf Befehl Friedrichs ein Monument errichtet. Der erste Entwurf dazu rührte von einem Freunde Algarotti’s, Maurino (Mauro Tesi), her, der ihn mehrere Jahre hindurch als Zeichner auf seinen Kunstreisen begleitete. Der Architekt, Mahler und Bildhauer Carlo Bianconi machte die Modelle und Cibei führte sie aus, nachdem der Cavaliere Lorenzo Guazzesi dem Könige den Entwurf zur Ansicht zugeschickt hatte. Minerva lehnt sich trauernd auf die Aschenurne; zwischen Amor und Psyche sieht man Algarotti’s Bildniß, daneben eine Lyra und einen Compas, alles in cararischem Marmor ausgeführt; die architektonische Anordnung ist im griechischen Styl. Friedrich hatte als Inschrift dem Bruder des Verstorbenen die einfachen Worte zugeschickt: Algarotto, Ovidii aemulo, Neutoni discipulo. Der Bruder bat um die Erlaubniß, die Worte noch hinzufügen zu dürfen: Fridericus Magnus. Algarotti selbst hatte in seinem Testamente eintausend Thaler zur Ausführung seines Denkmals ausgesetzt und nach dem bekannten Vers des Horaz, die Worte: »Algarotti non omnis« als Inschrift bestimmt. Durch ganz Europa ward der Verlust Algarotti’s beklagt, doch war es vornehmlich der Name Friedrichs, an welchen Algarotti’s Ruhm geknüpft ward. Gehört auch Algarotti weder zu den großen Gelehrten, noch zu den ausgezeichneten Dichtern, so ist ihm doch eine vielseitige Bildung und eine talentvolle Gewandtheit nicht abzusprechen und diese Eigenschaften waren es, wodurch er sich dem Könige, der gern lebendige Encyclopädien um sich versammelt sah, besonders unentbehrlich gemacht hatte. Wir erwähnten bereits sein erstes literarisches Auftreten mit den Gesprächen über die Newtonische Optik, welche er in einer Umarbeitung Friedrich dedizirte. Von noch loserem Zusammenhange sind seine anderen Schriften, die, obwohl sie zehn Bände füllen, nur einzelne Abhandlungen, Versuche, Briefe u. s. w. von dem verschiedenartigsten Inhalte sind. Am besten weiß er in den schönen Künsten, namentlich in der Musik, Bescheid und es ist interessant seine Klagen über den Verfall der dramatischen welcher er nun bereits vor hundert Jahren übertriebene Verzierung und ein zu lärmendes Orchester zum Vorwurf macht, zu lesen. Was würde dieser gute Freund, dem Pergolese und Jomelli nicht einfach und bescheiden genug sind, sagen, wenn er den Opern Rossini’s und Spontini’s beiwohnen würde. Um die Mannigfaltigkeit des Stoffs, den er behandelte, zu zeigen, führen wir nur an, daß er Abhandlungen schrieb: über die französische Sprache, über die Architektur, über die Incas von Mexiko, über Horaz, über den Handel, über die Mahlerei, über den Vorzug der Colonne in der Schlacht, über das Heidenthum, über die Nothwendigkeit in seiner Muttersprache zu schreiben, über die Belagerung von Bergen op Zoom, über die Oper, über das Exercitium der Preußen im Frieden, über den Giovanni Lami schließt sein Lobgedicht auf Algarotti mit dem Dystichon: Sed quid ego haec retuli? Magno placuit Friderico,Hoc unum longi carminis instar erat. Reim, über die Schlachtordnung Koulicano’s bei Leilam gegen Topal Osman u.s.w. Der Congreß Cytherens ist ein Gedicht in Prosa. — Friedrich wußte sehr wohl, welch’ eine mächtige Bundesgenossin in dem Kriege, den er gegen das verbundene Europa zu führen hatte, die öffentliche Meinung war. Zwar hatte er nicht nöthig um die Gunst der Menge zu buhlen, die Gemüther wendeten sich von selbst ihm zu, sobald sie in ihm den Verfechter der freien Ideen für Kirche, Wissenschaft und Staat erkannten, allein um ihn als solchen kennen zu lernen, bedurfte es einzelner Stimmen, die für ihn sich erhoben und in dieser Beziehung war es wichtig für ihn, daß in den verschiedenen Ländern der gebildeten Welt Freunde für ihn das Wort nahmen. Zu diesen Freunden gehörte vor allen der Graf Algarotti, und bei der Verbreitung der italienischen Sprache und der Berühmtheit seines Namens war es sehr wichtig, daß er mehrere Abhandlungen in die Welt gehen ließ, welche zu Gunsten der Sache Friedrichs geschrieben waren. Von tiefen Abhandlungen erwähnen wir: 1) Ueber den Anfang des, dem Könige von Preußen, von Oestreich, Frankreich, Rußland u. s. w. im Jahre 1756 erklärten Krieges. 2) Ueber den Erfolg der Schlacht von Lowositz den 1. Oct. 1756. 3) Ueber das militairische und politische Benehmen des Ministers Pitt. 4) Ueber die Capitulation bei Maxen. 5) Ueber den zwischen England und Frankreich im Jahre 1762 geschlossenen Frieden. Außerdem hatte sich Algarotti auf seinen Reisen in Frankreich, England, Deutschland und Rußland mannigfaltige Kenntnisse erworben, sprach und schrieb die englische und französische Sprache geläufig, worüber die, im siebenten, achten, neunten und zehnten Bande seiner Werke enthaltenen Briefe, genugsame Auskunft geben. Von dem Briefwechsel des Königes mit Algarotti befinden sich in den Werken des Einen, wie des Anderen nur einige dürftige Bruchstücke. Mit größter Sorgfalt wurden jedoch die handschriftlichen Briefe des Königes in dem Palaste Corniani in Venedig unter Glas und sicherm Verschluß aufbewahrt und mancher Wallfahrer hat diese werthvollen Reliquien andächtiger begrüßt, als das Blut des heil. Januarius zu Neapel. Dem Dr. Oglievi in Rom gelang es, sich Abschriften des Briefwechsels, so weit er noch vorhanden war, zu verschaffen und dieser veranstaltete davon eine Ausgabe, welche ohne Druckort unter dem Titel: Correspondance de Frédéric II., Roi de Prusse avec le comte Algarotti, 1799. 255 S. gr. 8. in Italien erschienen ist. Diese Ausgabe war so vergriffen, daß ich mich bei meiner Anwesenheit in Venedig und Rom vergebens bemühte, ein Exemplar davon zu erhalten. Das einzige Exemplar, welches sich in Berlin befand, gehörte dem fleißigen Sammler, Herrn Professor Wippel, Lehrer in dem Königl. Cadettenhause, aus dessen Nachlasse es jedoch verschwunden ist. Herr General v. Minutoli war so glücklich, in Venedig noch ein gedrucktes Exemplar zu erwerben, welches von mir bei der Uebersetzung benutzt worden ist. Außerdem habe ich der Vollständigkeit halber die Zueignungs-Briefe, mit welchen Algarotti dem Könige die Newtonische Optik und die Abhandlung über Horaz zusendete, welche in der Correspondenz fehlen, in die Uebersetzung mit aufgenommen. Eine Epistel in Versen an Algarotti, wahrscheinlich vom Jahre 1758, befindet sich in der, 1760 bei Voß in Berlin erschienenen Ausgabe der »Poesies diverses.« Die größte Schwierigkeit stellte sich bei dem Uebersetzen der eingestreuten Gedichte und Verse entgegen, die, wie es bei solchen leichthingeworfenen Scherzen nicht anders sein konnte, der Form nach lose, dem Inhalte nach unbedeutend zu nennen sind. Dem ungeachtet ist doch den mehrsten dieser Gedichte, wie es eben die Veranlassung bedingt, weder epigrammatischer Witz, noch lyrische Empfindung abzusprechen. Ich habe mich bemüht, diese Vorzüge der einzelnen Gedichte mit poetischer Treue, wenn auch nicht wörtlich, doch dem Sinne nach, wiederzugeben. Die Form, die ich wählte, wurde durch die Empfindung, welche das Gedicht anregte, bestimmt, so daß ich dabei so verfuhr, als ob ich selbst dichtete, nicht, als ob ich übersetzte. Für das elegische und epigrammatische Gedicht wählte ich Dystichen, für das lyrische und die scherzhafte Epistel gereimte Jamben und Alexandriner. Durch einige Anmerkungen habe ich, was für den, mit der Geschichte und Literatur jener Zeit weniger bekannten, Leser undeutlich sein könnte, zu erläutern gesucht. Berlin, den 17. Aug. 1837. F. F. |
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