Teilnehmer Kunheim1826 begann die Firma S. B. Behrend Söhne am Molkenmarkt 6 mit einer Essigfabrikation, ab 1829 firmierte sie unter dem Namen S. H(einrich) Kunheim mit Sitz in der Köpenicker Straße 30. Bald benötigte man mehr Platz und erwarb 1834 die Poudrettefabrik Peretz in der Bergmannstraße 2 (jetzt Nr. 26-38), wo Kunheim den Firmensitz und sein Wohnhaus errichten ließ. Sein Sohn Louis (1808-1878) promovierte in Chemie und trat in die väterliche Firma ein. Aus den Abfallstoffen der Gasversorgung wurde bei Kunheim Ammoniak und später Cyan hergestellt. Daraus entwickelten der Enkel, Dr. Hugo Kunheim (1838-1897), und der Fabrikdirektor Zimmermann, der 1881 eingesetzt wurde, den Ausgangsstoff für die industrielle Herstellung des lichtechten Farbstoffes Berliner Blau, der 1883 zum Patent angemeldet wurde. Die auch als Preußischblau bezeichnete Mineralfarbe etablierte sich im Textildruck und im Malerhandwerk. Sie wurde im 19. Jahrhundert als typische Farbe der Uniformtuche der Militär- und Zivilbeamten benutzt. Hugo Kunheim machte die Firma zur größten Ammoniakproduzentin Deutschlands. Er ging als Fontanes Kommerzienrat Treibel in die brandenburgische Literaturgeschichte ein. Sein Sohn Erich bewohnte in der Fürst-Bismarck-Straße das Haus, in dem seit 1920 die Schweizer Botschaft residiert. |
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