Der Ort des Geschehens – Achet-AtonMan fährt lange von El Minya, rund 230 Kilometer südlich von Kairo, auf einer für europäische Verhältnisse schmalen Straße nach Süden, rechts Felder, links der Nilkanal. Ab Mallawi bietet sich dem Betrachter immer wieder der Anblick dörflichen Lebens in Momentaufnahme: Frauen die Geschirr auf den Köpfen tragen und es immer noch im Kanal waschen, obwohl die Regierung ständig darauf hinweist, wie ungesund das ist. Seit dem blutigen Attentat 1996 am Hatschepsut-Tempel und dem nachfolgenden Einbruch des Tourismus in Ägypten will man kein Risiko mehr eingehen. Immer wieder Kontrollen, die Hotels werden bewacht wie die Sicherheitsbereiche an internationalen Flughäfen. Wenn man sie für einen Spaziergang verlässt, folgt ein unauffällig in Zivil gekleideter Sicherheitsbeamter, jedes Ausflugsziel muss vorher mitgeteilt werden und wird in der Polizeizentrale registriert. Nach anderthalb Stunden biegen wir auf eine lehmige Straße nach links ab, überqueren eine unter hoch beladenen Lattenwagen und klapprigen Autos schwankende Brücke. Jetzt sind wir im fruchtbarsten Teil entlang unserer Fahrtroute angelangt, dem Gebiet zwischen Kanal und Nil. Die Berge im Osten wirken wie ein Treibhaus. Nur ein schmaler, fruchtbarer Streifen zieht sich zwischen dem seit jeher Leben spendenden Nil und der Wüste entlang, aber hier haben die Felder ein Grün, das in die Augen sticht. Überall wird geerntet: Kartoffeln, riesige Blumenkohlköpfe, Mais, Artischocken. Und immer läuft irgendwo der Motor einer kleinen Bewässerungspumpe. Faszinierend die kleinen Nebenkanäle zwischen den Feldern, in denen sich Vögel tummeln, darüber einzelne, schlanke Palmen, die Kronen leicht im Wind bewegt vor einem strahlend blauen Himmel. |
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