Neunundsechzig Jahre am Preußischen Hofe.
Aus den Erinnerungen der Oberhofmeisterin Sophie Marie Gräfin von Voss. Mit einer Stammtafel, ergänzt durch eine Zeittafel, und einem Vorwort von Wieland Giebel.
ISBN 978-3-86855-009-2erschienen April 2009 Zum Buch...
Tagebuchausszügeca.1740Die Markgräfin von Baireuth erwähnt in ihren Memoiren die unverholene Bewunderung des sonst wenig galanten alten Herrn für die kleine Schönheit, der diese sich dringend bemühte zu entfliehen, und die schließlich mit einem Vorfall endete, den die Markgräfin nicht ohne Schadenfreude erzählt. Sie sagt bei dieser Gelegenheit: »Die junge Pannwitz war schön wie ein Engel, aber ebenso entschlossen als reizend, und als ihr der König einstmals auf einer Wendeltreppe begegnete, die zu den Zimmern der Königin führt, auf der sie ihm nicht ausweichen konnte, und den Versuch wagte, sie zu küssen, erwehrte sie sich seiner mit einer so herzhaften Ohrfeige, daß die am Fuß der Treppe stehenden über deren guten Erfolg nicht in Zweifel bleiben konnten. Der König nahm ihr diese entschlossene Selbstvertheidigung nicht übel und blieb ihr nach wie vor sehr gewogen.« […] 28. December 1745 Der Prinz von Preußen war mit dem König gekommen und war sehr viel in Monbijou bei seiner Mutter, die ihn besonders liebte, und ehe ich noch ahnen konnte, daß er mich nur beachtete, hatte er eine Leidenschaft für mich gefaßt, die für sein und mein ganzes Leben ein großes Unglück geworden ist. Diese Neigung, die fast vom ersten Augenblick an, wo er mich wiedersah, in ihm erwachte, ist nicht rasch vergangen wie sie rasch gekommen war: nur zu treu und standhaft hat er sie mir bewahrt bis zuletzt. […] 1745 Immer von Neuem faßte ich den selben Entschluß, das wachsende Gefühl für den Prinzen aus meinem Herzen zu reißen; ich wollte mich um jeden Preis von seinem Einfluß und seiner zunehmenden Macht über mich befreien; ich wollte um jeden Preis diese Schwäche in mir überwinden — Tage und Tage lang verbannte ich mich selbst in mein Zimmer, um ihn nicht zu sehen; ich vermied, ja ich floh seine Nähe, ich begegnete ihm nie anders als mit Unfreundlichkeit und Härte und suchte ihn mit Willen gegen mich zu erzürnen. […] 1753 […]Man gab in Magdeburg nur unglaublich lange große Diners, bei denen man fast den halben Tag bei Tische saß und sich tödtlich langweilte. Nach und nach versuchte ich, der dortigen Welt diese Diners abzugewöhnen, und wie es in der übrigen Welt Sitte ist, dafür Soupers einzuführen. […] 14. Oktober 1760 Ich ging mit der Knesebeck zu der schönen Fee, die uns zum Kaffee eingeladen hatte. Eine alte Französin, eine Kartenlegerin, kam hin und wir ließen uns bereden, uns von ihr wahrsagen zu lassen, was jedoch einzig darin bestand, daß sie tausend Unsinn sprach und uns immerfort versicherte, wir würden sehr bald gute Nachrichten haben. Es wäre zu wünschen, daß sie darin wenigstens wahr sagte! — 4. Februar 1761 Abends an Hof. Die arme Königin war von einer furchtbaren Laune und sagte ganz verzweifelte Sachen. Diese Übellaunigkeit ist ein schrecklicher Fehler bei ihr. Immer will sie, daß alle Welt ihr schmeicheln und ihr in allen Dingen Recht geben soll, und das macht jedes Gespräch mit ihr eben so peinlich als unangenehm. 8. Februar […] Die Königin war auch da und machte bei Tisch einige sehr heftige Äußerungen wegen der ungünstigen Urtheile und Gerüchte, die man über ihren Hof verbreite. Ich weiß nicht, was sie anders meinen kann, als einige alberne Klatschereien hier im Ort, die man gar nicht anhören und noch weniger beachten sollte. Sie hörte jedoch nicht auf zu schelten und zu deklamiren, daß die Leute, welche die meisten Aufmerksamkeiten von ihr empfingen, sich am lautesten über sie lustig machten und mockirten; kurz, sie sagte leider eine Menge Dinge, die uns alle in Verlegenheit setzten und die sich wenig für eine Königin schicken. […] Januar 1784 […] »Julie gefällt dem Prinzen mehr als mir lieb ist. Er spricht viel mit ihr: ich fürchte, sie ist nicht unempfindlich für seine Bewunderung, und sie wird durch ein solches Gefühl nur sich selbst unglücklich machen.« Einige Zeit später: »Die Prinzessin von Preußen ist eifersüchtig auf Julie«; endlich im December: »Ich hatte eine lange Unterredung unter vier Augen mit dem Prinzen; ich hielt ihm sein Unrecht vor, Julie mit seiner Leidenschaft zu verfolgen; ich sagte ihm, daß er sie dadurch nur unglücklich machen werde, ja, ich sagte ihm meine ganze Meinung und die ganze Wahrheit mit allem Ernst. Er versprach mir, sein Benehmen zu ändern und alles zu thun, was ich wollte. […] 2. Juni 1787 »Meine Nichte sagte mir heute unter Thränen, seit acht Tagen sei sie mit dem König heimlich getraut, bat mich aber, es zu verschweigen. Es betrübt mich tief, und ich kann mich mit dem besten Willen eines Gefühls von Abscheu und Widerwillen gegen eine Sache nicht erwehren, die so unerlaubt ist, man mag an Scheingründen dafür angeben, was man will. Ihr Gewissen wird es ihr schon genugsam sagen und wird nicht wieder ruhig werden.« 31. December 1793 Großes Fest bei der Königin-Wittwe. Mittags sind wir jetzt immer unter uns im Palais. Die Prinzessin ist wirklich anbetungswürdig, so gut und so reizend zugleich, und der Kronprinz ist ein so redlicher, vortrefflicher Mann, daß man ihm das seltene Glück einer solchen Ehe, den Besitz eines solchen Engels, innig gönnt! 12. September 1797 Der Prinz Wilhelm kam ganz früh Morgens unerwartet an. Er ist nicht mein Liebling, hat etwas Rohes und einen Anstrich von schlechter Gesellschaft. Er kommt, um seine Aufwartung zu machen, aber hauptsächlich wohl wegen der Prinzessin Louis, jeder will sie haben, wer sie sieht, ist in sie verliebt! — Die Herren gingen auf die Jagd, Abends machten wir eine Landparthie auf großen Leiter-Wagen mit Säcken darauf, es war ganz hübsch. Es waren zu viel Personen für unsere Wagen, man hätte nicht für Alle Platz gehabt. Nach der Rückkehr wurde Pharao gespielt; der Prinz v. Br. blieb über Nacht. 6. Juli 1798 Um sieben Uhr schon fuhr ich mit der Königin zur Stadt, wir zogen uns à la Romaine an für die Huldigung. Dann fuhr die Königin mit acht Pferden in Gala zur Kirche und ich mit ihr. Der König und alle Prinzen erwarteten sie dort in den langen Mänteln des Ordens. Nach der Kirche wurde sie auf den Balkon des weißen Saales geführt, um von diesem aus der Huldigung der Stände beizuwohnen. Die Huldigung der Prinzen hatte bereits im Rittersaal stattgehabt. Es war wundervoll! Im Baldachin-Zimmer hatte man einen Thron errichtet, vom großen Saal aus. Das ganze Volk leistete den Eid, dicht gedrängt, Kopf an Kopf, auf dem weiten Raume, und der Anblick des Platzes war großartig und ergreifend, das ganze Schauspiel über alle Worte hinaus rührend und erhaben! Die Kanonen donnerten die ganze Zeit über, die Glocken läuteten und die Vivats der Volksmenge, besonders für die Königin, die mit Segenswünschen und Jubelrufen die Luft erfüllten, nahmen kein Ende. Diner an elf Tafeln, und dann waren noch acht und zwanzig Tafeln für die Deputationen der Bürgerschaften. Abends zurück nach Charlottenburg. 1806 […] »Hier in dem ungezwungenen geselligen Kreise der Badegäste ward meine geliebte Königin wahrhaft angebetet von allen, allen, die sie sahen; — sie vergaß sich nie, auch nicht auf einen Augenblick; aber bei dieser rührend sanften und doch so erhabenen Würde, die sie nie verließ, war ihr Wesen doch heiter, ja fröhlich, und ihre immer gleiche freundliche Stimmung machte das Dasein allen leicht und beglückend, die mit ihr lebten. Vor allem, wenn sie Briefe vom König oder von ihren anderen Angehörigen erhielt, war sie von einer strahlenden Freude und beeilte ihre Rückkehr auch so viel als möglich, um nur zum Geburtstag des Königs wieder mit diesem vereint zu sein. Das Bad that ihr sichtlich gut. Ihre Freude bei dem endlichen Wiedersehen mit dem König, der ihr bis mehrere Meilen hinter Potsdam entgegen kam, war wahrhaft rührend«. Kaum zurückgekehrt, mußte die Königin zu ihrem Schrecken erfahren, daß der Krieg gegen Frankreich beschlossen, daß auch schon die Rüstungen beinahe beendet und die Armee marschfertig sei. Allerdings hatte sie bereits in Pyrmont den Schmerz über die Abschließung des Rheinbundes und das Protectorat Napoleons über denselben erlebt, aber alles das, was sich im Laufe der letzten sechs Wochen im Preußischen Kabinett zugetragen hatte, war ihr auf den Wunsch des Königs verborgen geblieben, der ihr gerade während ihrer Abwesenheit jede Unruhe und Sorge hatte ersparen wollen. […] 16. Februar 1807 […] Ein ganz abscheulicher französischer General, mit Namen Bertrand, war heute angekommen; Klür brachte ihn her und er war einen Moment beim König vor dem Diner. Abends wollte er durchaus der Königin vorgestellt sein, die eben so empört über ihn war, als ich. Er hat ein widerwärtiges Gesicht und wagte, ihr zu sagen: »Napoleon hoffe, sie werde allen ihren Einfluß anwenden, den Friedensabschluß zu beschleunigen, und hoffe auch, daß sie kein ungerechtes Vorurtheil mehr gegen ihn nähre.« Die Königin antwortete ihm mit großer Milde und Würde: »Die Frauen hätten nicht über Krieg und Frieden mitzusprechen.« Wir waren entsetzt über sein Wesen und sein ganzes Auftreten. […] 26. Juni 1807 Heute war ein sehr trauriger Tag für die arme Königin, aber auch für mich und für alle, die ihr Vaterland lieben. Es hat eine Zusammenkunft der drei Monarchen stattgefunden. Der Ort, wo sie sich trafen, ist ein kleines Haus auf der Brücke vor Tilsit. Die arme Königin weinte lange. Die Engländer waren ganz außer sich; — ach, wie unglücklich bin ich über dies Ende aller Hoffnungen! 23. Juni Heute kam ein Brief des Königs an die Königin über die Zusammenkunft am 26. Dieser elende Napoleon hat den König mit gesuchter Gleichgültigkeit und Kälte behandelt, und er schreibt jetzt aufgeregt und entrüstet. Es waren zwei kleine Häuschen auf der Brücke über die Memel errichtet, in dem einen waren die beiden Kaiser, in dem andern der König. Welche Insolenz gegen ihn! Auch aßen die beiden Kaiser dann zusammen in Tilsit, unser König mußte allein in einem Dorfe, eine Meile von der Stadt, bleiben. Welch entsetzliche Friedensbedingungen werden wir bekommen nach einem Vorspiel von so ausgesuchter Feindseligkeit und solchem Übermuth. 27. Juni Die Königin hatte Briefe vom gestrigen Tage, an dem die Zusammenkunft stattfinden sollte. Am 25. hatte bereits eine von Napoleon mit dem Kaiser Alexander allein stattgehabt. Der König schreibt ganz außer sich! Napoleon hat von ihm verlangt, daß Hardenberg und Rüchel fortgeschickt würden, und daraus allein kann man sehen, was zu erwarten steht. Rüchel, der Kanzler, Goltz und Schuler von Senden kamen zu mir. Ein Küchenmeister und Köche wurden nach Tilsit geschickt. 1807 […] Kalkreuth hatte geschrieben, daß, wenn die Königin nach Tilsit käme, Napoleon ihr dort seinen Besuch machen werde, und daß sie zum Diner bei ihm eingeladen sei, das gegen 9 Uhr Abends stattfände, und ferner: daß ich sie dahin begleiten solle. Der Kaiser Alexander kam im Laufe des Vormittags und hatte eine lange Unterredung mit der Königin, bei der auch der gute Hardenberg zugegen war. Er aß mit uns beim König, ebenso Hardenberg, Uwaroff und unsere Generäle und Herren. Während des Essens kam der Oberstallmeister Caulaincourt, von Napoleon geschickt, um die Königin zu begrüßen. Ich stand von Tische auf, ihn zu empfangen; etwas später kam auch die Königin und war sehr höflich gegen ihn. Er hatte nur Empfehlungen Napoleons und Fragen nach ihrem Befinden auszurichten. Als er fort war, gingen die Königin und ich zu den Majestäten zurück, und es wurde beschlossen heute noch nicht nach Tilsit zu fahren, was mir sehr lieb war, weil es zu viel Eifer gezeigt hätte. Der König kehrte gegen Abend mit dem Kaiser dahin zurück. Wir tranken Thee mit den Herren und dem Herzog und der Herzogin von Holstein, die noch hier sind, weil sie keine Pferde zu ihrer Weiterreise bekommen können. Herr von Buch wurde im Namen der Königin zu Napoleon geschickt; als er zurück kam, sagte er, zwar sei dieser sehr höflich gegen ihn gewesen, war aber dennoch mit seiner Aufnahme nicht zufrieden. 6. Juli Um 12 Uhr wurde zu Mittag gegessen. Uwaroff, Bennigsen und Manteuffel kamen dann zur Königin und sie behielt sie lange bei sich. Um 4 Uhr fuhren wir fort, mit einer Eskorte der Garde du Corps über die fliegenden Brücken, waren um 5 Uhr in Tilsit und stiegen in dem Quartier des Königs ab. Eine Viertelstunde später kam Napoleon; ich empfing ihn mit der Gräfin Tauenzien am Fuße der Treppe. Er ist auffallend häßlich, ein dickes, aufgedunsenes, braunes Gesicht, dabei ist er korpulent, klein und ganz ohne Figur, seine großen runden Augen rollen unheimlich umher, der Ausdruck seiner Züge ist Härte, er sieht aus wie die Inkarnation des Erfolges. Nur der Mund ist schön geschnitten und auch die Zähne sind schön. Er war äußerst höflich, sprach sehr lange Zeit allein mit der Königin und dann fuhr er fort. Gegen 8 Uhr begaben wir uns zu ihm, da er aus Rücksicht für die Königin sein Diner früher bestellt hatte. Während der Tafel war er sehr guter Laune und sprach sehr viel mit mir. Nach Tische hatte er eine lange Conversation mit der Königin, die auch ziemlich zufrieden mit dem Ergebnis derselben war. Gott wolle geben, daß es zu Etwas hilft. […] 4. November 1807 Ich fand die Königin heute früh so erschüttert und verzweifelt über die letzten Nachrichten, daß ich den Entschluß faßte, für sie an Napoleon zu schreiben. Ich frug Stein um Rath, der mir sagte, ich solle es versuchen. Ich zeigte ihm meinen Brief, er war zufrieden mit demselben. Die Franzosen wollen nun wirklich alle Festungen behalten und wollen aus Berlin nicht wieder fort. In diesem Falle müßte die unglückliche Königin den ganzen Winter hier oder in Königsberg bleiben, und das wäre zu hart für sie. 11. März 1809 Mein alter Geburtstag. Heute bin ich achtzig Jahre alt geworden, die der barmherzige Gott mich hat aus Gnaden erleben lassen! Wenn ich denke, wie dies Leben uns wie ein Traum vergeht und doch auch alles Unglücks und aller Traurigkeit gedenke, die ich durchlebt habe, kann ich mir nicht genug sagen, daß alles, was Gott uns schickt, nur für unser wahres, das heißt für unser zukünftiges und ewiges Heil so geordnet ist! Seit den drei Jahren, daß unsere armen theuren Herrschaften durch diesen verabscheuungswürdigen Corsen das Unglaublichste leiden, ist mein Herz sehr kummervoll und gebeugt. Wenn nur noch eine Hoffnung, ein Lichtstrahl uns bliebe, daß es wieder anders werden kann — aber so lange dieser Elende zum Verderben der Menschheit lebt, ist nichts für uns zu hoffen! — Es heißt immer, die Österreicher wollten sich schlagen, aber sie thun es nicht, und ach, bei uns ist eine solche Entmuthigung, wir fassen nicht einmal den Entschluß, endlich doch wieder in die Hauptstadt zurückzukehren! […] 19. Juli 1810 Ach, welch unglückseliger fürchterlicher Tag. Ich hoffte die ganze Nacht vergebens, der König werde ankommen; um 1 Uhr ging ich auf einen Augenblick in mein Zimmer; man rief mich eilend zurück, da der Zustand der Königin jeden Moment schlimmer wurde; sie hatte gar keinen Athem mehr, dann kamen Erbrechen und wiederholte Ohnmachten. Endlich gegen 5 Uhr kam der König, aber die Königin hatte bereits den Tod auf der Stirn geschrieben! — Und doch, wie empfing sie ihn? — Mit welcher Freude umarmte und küßte sie ihn und er weinte bitterlich! — Der Kronprinz und Prinz Wilhelm waren mit ihm gekommen; so viel die arme Königin es nur vermochte, versuchte sie noch immer zu sprechen; sie wollte so gern immer noch zum König reden, ach, und sie konnte es nicht mehr! So ging es fort und sie wurde immer schwächer. Der König saß auf dem Rand des Bettes und ich kniete davor; er suchte die erkalteten Hände der Königin zu erwärmen, dann hielt er die eine und legte die andere in meine Hände, um daß ich sie warm reiben sollte. Es war etwa neun Uhr; die Königin hatte ihren Kopf sanft auf die Seite geneigt und die Augen fest gen Himmel gerichtet. Ihre großen Augen weit geöffnet und aufwärts blickend, sagte sie: »Ich sterbe, o Jesu mach’ es leicht!« — […] 20. März 1811 Ich war heute leider genöthigt, dem König zu widersprechen wegen der Art, wie die jüngeren Hofdamen ihre Trauer tragen und hatte eine Scene mit ihm. 3. December 1814 Noch immer keine Aussicht, daß der König wiederkommt. Die Nachrichten vom Kongreß sind täglich dieselben; wenn der König nur belohnt wird, so will ich zufrieden sein. Immerfort entsetzlich viel Besuche den ganzen Tag. Ich kann leider noch nicht wieder ausgehen, und gehe in meinen Zimmern umher, um mir ein bißchen Bewegung zu machen. Abends kommen die gewohnten Herren für meine Parthie. Wittgenstein schreibt mir oft aus Wien, aber leider nichts von der Rückkehr des geliebten Königs. 9. December Keine guten Nachrichten vom Kongreß. Man zerbricht sich den Kopf wegen einer Neugestaltung Deutschlands und möchte, daß unser König Kaiser würde! 10. December Wittgenstein schreibt heute wieder, daß sie noch nicht zurückkommen. Ich schreibe die ganzen Morgenstunden; die lieben Prinzessinnen sind sehr viel bei mir. 11. December Vom Kongreß leider immer dieselben Nachrichten, es kommt nichts Vernünftiges zu Stande. |
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