Wilhelm von Humboldt (1767-1835)Die Gründung der Berliner Universität war der Höhepunkt jener grundlegenden preußischen Bildungsreform, die Wilhelm von Humboldt, Direktor der Sectionen für den Cultus, öffentlichen Unterricht und des Medizinalwesens im preußischen Ministerium des Innern, formte und leitete. Sein neues humanistisches Ideal hielt die Begegnung mit der Antike und mit der Kunst für unverzichtbar für die Bildung eines Menschen; Wissenschaft sah er als einen sich in Freiheit vollziehenden Prozeß von Lehre und Forschung.
Die Hochschule, die er in seiner Schrift »Über die innere und äußere Organisation der höheren Anstalt in Berlin« konzipierte und die anderthalb Jahrhunderte später seinen Namen tragen sollte, blieb wegen ihrer bahnbrechenden Struktur und Aufgabenstellung normgebend bis ins 20. Jahrhundert. Grundlage dafür war Humboldts produktive Zusammenführung verschiedener Bildungsideale aus den Schriften von Leibniz, Kant, Fichte, Schelling und Schleiermacher in einem neuen Wissenschafts- und Universitätskonzept. Die Einheit von Forschung und Lehre war demgemäß nicht bloße Devise und Arbeitskonzept, sondern tatsächlich summa: ein Moment der Zusammenfassung und der Entfaltung im Bildungsprozeß des aufgeklärten Humanisten. |
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