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St. Petri-Kirche

Ein Rundgang durch das historische Cölln in Berlin

ISBN 978-3-929829-87-7
erschienen Januar 2008

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St. Petri-Kirche

Die St. Petri-Kirche wird explizit erst in einer Urkunde von 1285 erwähnt. Aber schon aus dem Jahr 1237 stammt ein Dokument, in dem ein Pfarrer aus Cölln mit Namen Symeon als Zeuge in einem Rechtsstreit agiert.

Symeon ist der erste Cöllner/ Berliner Bürger überhaupt, dessen Namen wir kennen. Wenn Symeon 1237 Pfarrer in Cölln gewesen ist, dann muss es auch die Kirche gegeben haben. Die Kirche war Petrus, dem Patron der Fischer, Schiffer und Brückenbauer geweiht worden. Es gibt verschiedene Hinweise darauf, dass es vor Symeons Kirche wenigstens zwei ältere Kirchbauten gegeben hat.

Wann die allererste Petrikirche gebaut wurde ist nicht bekannt. Die Kirche ist zweimal abgebrannt und einmal durch den Einsturz des Turmes zerstört worden. Dabei wurden unschätzbare Unterlagen vernichtet. Soweit bekannt ist fast nichts von der ehemaligen Ausstattung der verschiedenen Kirchen erhalten geblieben.

Die Kirche Symeons
Wir haben keine Kenntnis davon wie Symeons Kirche ausgesehen hat. Ein kleiner Teil ihrer Grundmauern wurde 1967 bei archäologischen Untersuchungen angeschnitten. Die Stelle, an der damals ausgegraben wurde, liegt heute unter dem westlichen Gehweg der Gertraudenstraße verborgen. Es gibt einige Informationen zu Schenkungen und Bauarbeiten, die sich auf das
Innere der Kirche beziehen. Wie in allen größeren Stadtkirchen gab es neben dem Haupt- zahlreiche Nebenaltäre. Nicht nur Stadtbürger, auch die Landesherren beteiligten sich daran: Im Jahr 1317 ließ der Markgraf Waldemarden Jacobi-Altar der Kirche gründen und stiftete der Kirche
einen weiteren Messaltar, an dem seiner Brüder Hermann und Johann und aller Verbannten gedacht werden sollte.

Im Mai 1327 beglaubigt Markgraf Ludwig der Bayer eine Schenkung der Berliner und Cöllner Kaufleute für den Altar der Heiligen Katherina. Im September desselben Jahres weist er Geld für die Finanzierung des Nicolaialtars an. Elf Jahre später, im Dezember 1338 genehmigt Ludwig eine Schenkung des Cöllner Rats zur Stiftung eines Altars für Johannes den Täufer und für den Heiligen Christophorus.

Mehrere bischöfliche Ablassbriefe, in denen die Gläubigen zum eifrigen Besuch der Kirche und zu Geldspenden für die Kirche aufgefordert wurden, trugen zum Unterhalt der Petrikirche bei.

Symeons Kirche wurde im 14. Jahrhundert baufällig, was angeblich auch mit einem bekannten historischen Mordfall in Verbindung stehen soll. Vor der Berliner Marienkirche wurde im Jahr 1326 ein Parteigänger des Papstes umgebracht.
Es war Nikolaus, Probst von Bernau, der den Berlinern im Namen des Papstes mit der Verhängung des Kirchenbanns gedroht hatte, falls diese für König Ludwig Partei ergreifen sollte. Probst Nikolaus wurde von einer erbosten Volksmenge getötet. Zur Strafe für dieses Verbrechen wurden die Berliner und Cöllner Kirchen vom Papst mit dem Bann belegt.

Wegen des Banns durften fast 20 Jahre lang keine Gottesdienste in den Kirchen abgehalten werden. Die Gemeinden fürchteten sich um das Seelenheil ihrer Mitglieder, mussten sich vom Bann freikaufen und verarmten dadurch. Das Sühnekreuz vor der Marienkirche erinnert noch heute an diesen Vorfall. Nur die Brüder des Franziskaner-Klosters in Berlin waren wohl von diesem Bann ausgenommen – eine Tatsache, die die Konkurrenz zwischen den Dominikanern in Cölln und den Franziskanern in Berlin gefördert haben könnte.

Symeon:
Auch wenn die Geschichte Berlins und Cöllns deutlich älter sein dürfte als bekannt, stammt die erste schriftliche Erwähnung Cöllns aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Am 28. Oktober 1237 wurde eine Urkunde aufgesetzt, die den jahrzehntelangen Zehntstreit zwischen dem Markgrafen und dem Bischof von Brandenburg beilegen sollte. Als Zeuge wird in der Urkunde »Symeon plebanus de Colonia« genannt. Symeon wird Pfarrer der Petrikirche gewesen sein. Berlin wird 1244 zum ersten Mal erwähnt, auch hier ist wieder von Symeon die Rede, allerdings wird er hier »dominus Symeon de Berlin«, also Probst von Berlin, genannt.

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