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Kleine Kreuzberggeschichte
ISBN 978-3-86855-000-9
erschienen Mai 2009

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Die Nachkriegszeit 1945-1990

Ton, Steine, Scherben

Die Studentenbewegung hatte ihre Zentren in Charlottenburg, Wilmersdorf und Dahlem. Sie mobilisierte nur selten nach Kreuzberg, z.B. Ostermärsche, zu großen Demonstrationen am 1. Mai und nach dem Attentat im April 1968 auf Rudi Dutschke zur Blockade der »BILD« und »BZ«-Auslieferungsfahrzeuge auf dem Springer-Verlagsgelände an der Kochstraße (die Kochstraße heißt in diesem Abschnitt heute Rudi-Dutschke-Straße).

In Auswirkung der Studentenbewegung veränderte sich Kreuzberg in der ersten Hälfte der 70er Jahre nachhaltig. Die wilde, linke Theaterszene um den jungen Regisseur Peter Stein übernahm das Theater am Halleschen Ufer, und die unter dem Theater gelegenen Kneipe Zodiak von Conrad Schnitzler wurde als Proben- und Auftrittsort von Gruppen wie Tangerine Dream und Popol Vuh zum Geburtsort der elektronischen Musik, die legendäre Zeitschrift AGIT 883 zog aus Charlottenburg in die Kreuzberger Adalbertstraße. Für alles, was danach kam, wurden Anfang der 1970er die Grundlagen gelegt: für den offenen und organisierten Häuserkampf in den 80er Jahren und die kritisch begleitete Durchsetzung des Konzeptes der behutsamen Stadterneuerung, das in die Internationale Bauausstellung 1987 mündete. Aber auch für die eruptiven Ausbrüche von Gewalt am 1. Mai seit 1987.

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