Die ersten KreuzbergerHandwerker
Auch den Gewerken – so hießen die Zünfte der Handwerker – wurden in der Südlichen Friedrichstadt, vor allem in der Friedrichstraße, Bauplätze zugewiesen, wo sie Zunfthäuser zu errichten hatten. In der Nähe des Rondells (Mehringplatzes) entstanden u. a. die Zunfthäuser der Schuhmacher, Schlosser, Bäcker, Maurer, Schneider, Pantoffelmacher, Goldschmiede, Zimmerleute, Seidenwirker, Pfefferkuchler, Hutmacher, Nadler, Hufschmiede, Goldsticker und Schönfärber. Am Rondell selbst bauten die Schlächter. Ihr Haus gelangte zu einer eigentümlichen Berühmtheit: da es ein Stierhaupt als Zier- und Wahrzeichen erhielt, bald nach seiner Entstehung aber zum Zucht- und Arbeitshause umfunktioniert wurde, erhielt es vom Volk den Namen »Der Ochsenkopf«. Um 1800 gab es nur noch zwei Gewerkshäuser in der Friedrichstraße: das der Butterhändler und das der Pantoffelmacher. Die anderen Gewerks-Grundstücke waren zumeist in den Besitz freier Handwerksmeister übergegangen – die Gewerke hatten ihre Macht verloren.
Das Zunftmonopol, schon im 17. und 18. Jahrhundert häufig zugunsten der Hugenotten und Soldaten durchbrochen, wurde 1810 in Brandenburg/Preußen durch die Gewerbefreiheit außer Kraft gesetzt. Der Erfolg war, dass sich nun zwei Klassen von Handwerkern bildeten. Die weniger qualifizierten spezialisierten sich auf Handel und Reparatur, die anderen passten sich neuen Techniken an und gründeten Fabriken. Besonders die Luisenstadt entwickelte sich zum Berliner Gründerviertel. (vgl. Kapitel »Die Gründer«) |
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