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Berlin, Potsdam, Brandenburg 1775

Die Reisen des Anton Friedrich Büsching

ISBN 978-3-929829-37-2
erschienen Dezember 2006

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Potsdam

Ich blieb oben bey der Brücke stehen, welche bey Klein-Glinicke über die Havel nach Potsdam führet, und die Glinicksche Brücke genannt wird. Sobald man über dieselbige gekommen ist, befindet man sich in dem

Havelländischen Kreise; und hat eine lange und breite Allee von vier Reihen Bäumen vor sich, welche sich bis Potsdam an das Berliner Thor erstreckt. Sie ist in dem besten Stande, schön und schattenreich, aber so sandig, daß man weder zu Fuß, noch mit dem Wagen geschwind in derselben fortkommen kann. Ich fuhr nicht in die Stadt, sondern lenkte aus der Allee zur rechten Hand in eine Straße, fuhr über die Böhlerts Brücke und um die Stadt herum, bey dem Nauenschen und Jäger-Thor weg, und vor das Brandenburger Thor, woselbst in Puhlmanns Wirthshause schon die Pferde auf uns warteten, welche Herr Domherr von Rochow uns entgegen gesandt hatte. Wir fuhren um deswillen nicht durch die Stadt, damit wir nicht durch die Untersuchung in den Thoren aufgehalten werden mögten: (denn wenn man gleich nichts mit sich führet, wornach den Verordnungen gemäß gefragt werden kann, so ist es doch nicht angenehm, wenn man von den Visitatoren auch nur etwas aufgehalten wird:) und um ganz nahe bey Sans-Souci zu seyn, welches wir nebst den umherliegenden Lustörtern, unsern Kindern zeigen wolten.

Es war 11 Uhr als wir in dem Wirthshause ankamen, und sogleich machten wir uns auf den Weg nach Sans-Souci.

Von dem Brandenburger Thor an bis zu der Bilder-Gallerie, verspricht schon der Weg etwas königlich-prächtiges, insonderheit geben der Obelisk von Sandstein mit Hieroglyphen, auf der linken, und der neue Königl. Weinberg auf der rechten Seite, einen angenehmen Anblick.

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