| Allgemein | 8. Mai 2013

Wie weit darf ein Verlag die Texte verändern


Als Verleger hängt man immer zwischen den Stühlen. Der Autor möchte gerne, dass seine Texte unverändert ins Buch kommen und das Buch auf allen Kanälen beworben wird. Der Kunde möchte nur die Bücher im Newsletter lesen, die ihn interessieren und die in der passenden Art geschrieben sind. Das Lektorat möchte die Texte an den Stil des Verlages anpassen.

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Wenn ein Autor schon mehrere Bücher beim Verlag gemacht hat und das Lektorat kennt, dann muss man nur noch kleine Details abstimmen. Arbeitet man das erste Mal zusammen und ist es dann noch ein Erstlingswerk kann durchaus ein Drittel des Buches aus den verschiedensten Gründen rot angestrichen sein. Im Normalfall sind gerade unerfahrene Autoren sehr froh ein gutes Lektorat zu haben.

Was, wenn es mal nicht passt?

Natürlich hatten wir schon Fälle, in denen man einfach nicht zusammen kam. In Deutschland haben wir den Luxus einer unglaublichen Verlagsvielfalt. Der Autor geht einfach zu einem anderen Verlag, wir machen mit der frei gewordenen Zeit ein neues Projekt und die Welt dreht sich weiter. Zu einem größeren Streit oder gar einem gerichtlichen Verfahren kam es nie.

Wo liegen die Grenzen?

Derzeit geht ein Rechtsstreit zwischen einem freien Autoren und einem Verlag in die zweite Runde. Das Urteil könnte erneut klar die Grenzen Zeigen innerhalb derer sich beide bewegen dürfen. In diesem Fall wird von Beobachtern eine Machtfrage vermutet, die geklärt werden soll. Ich hoffe, dass es bei uns nie so enden wird, sondern dass wir weiterhin alle Uneinigkeit bei ein paar Keksen und einem Kaffee geklärt bekommen.