Was kostet ein Buch? Und warum sind eBooks nicht kostenlos?

Diese beiden Fragen tauchen immer wieder auf. Nun tut man sich als Unternehmer schwer, etwas über seine Kalkulationen zu sagen. Auf der anderen Seite verstehe ich das Interesse aber durchaus. Also möchte ich hier einmal erklären, welche Kosten man bei der Erschaffung eines Buches hat.

Berlin Story Verlag

Was kostet die Erstellung eines Buches?

Das kann man pauschal kaum beantworten, aber ich versuche mal, den Ablauf etwas zu erläutern. Eine Buchidee entsteht meist beim Verlag. Man weiß, was die Kunden wünschen, konzipiert ganz grob ein Buch und überlegt, welcher der Autoren, mit denen man arbeitet, das Buch schreiben könnte. Oft schicken Leute eine Buchidee per Email an den Verlag und fragen, ob wir das Buch mit ihnen machen wollen. Wenn die Idee gut ist, geht auch dort die Arbeit los.
Man trifft sich mit dem Autoren, dem Verlagsleiter und manchmal noch 1-2 weiteren Leuten und spricht das Buch ab. Welches Format bekommt es? Will man zu guten Preisen drucken, kann man nur Seitengrößen nehmen, die sich ohne Verschnitt aus einem Bogen schneiden lassen. Dadurch ergibt sich auch, dass man die Seitenzahl oft in 8er oder 16er Schritten staffelt. Hat man am Ende 11 von 16 Seiten übrig, muss man kürzen oder sich etwas anderes überlegen. Eine Seite kann eine bestimmte Menge Zeichen in der üblichen Größe beherbergen. Man legt also Anzahl und Größe der Abbildungen (sofern vorhanden) fest und berechnet die Gesamtzeichenzahl, die der Autor abliefern soll. Die Abbildungen oder Fotos muss man entweder erstellen lassen oder für die Auflage lizensieren. Auch während des Schreibens trifft man sich immer wieder, telefoniert, schickt Emails oder ähnliches, um das Buch in die richtige Richtung laufen zu lassen. Ist es vom Autoren fertig, so kommt es ins Lektorat. Dort werden nicht nur Rechtschreibung und Grammatik korrigiert, sondern auch die Fakten überprüft. Ist alles zusammen, setzt der Designer das ganze Buch. Es wird eine ISBN aus dem Block des Verlages genommen und das Buch wird beim Verzeichnis lieferbarer Bücher angemeldet.
Anschließend wird das Buch gedruckt und an den Verlag geliefert. Der Verlag verkauft die Bücher selten selbst in Läden oder im Onlineshop; meist werden die Bücher an den Buchhandel geliefert, oft über größere Zwischenhändler wie KNV oder an Onlineshops wie Amazon. Die Rabatte, die der Buchhandel dabei erhält, sind der Gewinn, von dem diese dann leben. Diese Rabatte können im Einzelfall bis 50% gehen, wie man im Börsenblatt des Buchhandels nachlesen kann.
Der Autor bekommt ein (meist prozentuales) Honorar an den verkauften Büchern.
Somit sieht man, dass der Druck nur ein kleiner Kostenfaktor in der gesamten Produktion ist.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, also fangen wir mit einem Tortendiagramm an und zerlegen die einzelnen Punkte:

Kalkulation Buch (print)

Kalkulation Buch (print)

Die oben abgebildete Kalkulation habe ich gerade aus Daten eines aktuellen Projekts erstellt. Es sind also belastbare Werte aus der Praxis. Es wird auf eine Auflage von 1000 Büchern gerechnet, mit welcher wir (und andere kleine Verlage) oft anfangen. Hier eine Erläuterung der Punkte. Das Tortendiagramm wird oben mittig beginnend entgegen des Uhrzeigersinns gelesen, die Legende von oben nach unten.

- Personal allgemein: Kosten für die Gespräche, die man während der Erstellung des Buches führt, Verlagsbesprechungen (anteilig), Arbeitszeit für die Erstellung der Verträge und so weiter
- Grafik: Das Cover  und einige Visualisierungen für das Buch
- Marketing: Anzeigen schalten, Kampagnen online und offline planen, Buchhandlungen abklappern, Messen besuchen
- Layout/Satz: Alle Teile (Bild und Text) müssen ordentlich aussehen, Zeilenumbrüche stimmen, der Text ins Buch passen
- Bildrechte: Die meisten Bilder müssen wir aus Archiven lizensieren
- Autor: Er bekommt ein Honorar, welches normalerweise prozentual angegeben wird
- Druckkosten: Das unvermeidliche. Je nach Größe, Anzahl der Abbildungen, Papier usw. gibt es gewaltige Unterschiede
- Lager: 1000 Bücher müssen verfügbar sein, trocken und dunkel gelagert,  und in Regalen liegen. Die Kosten sind in diesem Fall pauschal auf ca. 1 Jahr umgerechnet. Wir haben ein großes Lager mit vielen Regalen, da lässt es sich kaum genauer errechnen.
- Vertrieb: Reklamationen, Versand  und Remittenden, dazu die Kosten für Verpackung und Porto
- Freiexemplare: Die Autoren und andere bekommen kostenlose Exemplare
- Rabatt: Der Buchhandel lebt von dem Rabatt, den die Verlage gewähren. Davon müssen sie aber auch die Buchhandlung, Angestellte, ihr Marketing usw. finanzieren.
- Gewinn: Der kleine Teil, der uns bleibt. Weniger als die Leute oft meinen.

Nicht Berücksichtigt wurden in diesem Fall die Kapitalkosten. Da wir etwa alle zwei Wochen einen Titel verlegen, der mindestens 1.000 mal gedruckt wird, binden wir einiges Kapital. Über das Jahr werden also rund 30.000 Bücher inklusive aller Rechte vorfinanziert. Das verringert die Liquidität erheblich. Ich vermute auch, dass das die größte Expansionsbremse für kleine Verlage ist.

Auch kommt nicht vor, wie viele Bücher nie verlegt werden. Im Jahr hat man da schnell eine ordentlich fünfstellige Summe an Fehlinvestitionen zusammen. Die Gründe sind vielfältig, aber es tritt regelmäßig auf.

Die Kosten hier beziehen sich auf eine Erstauflage. Bei weiteren Auflagen verändern sich die Kosten aber nur bedingt. Da der Autor fast immer das Buch überarbeitet muss die Layouterin erneut ran. Das Marketing bewirbt die neue Auflage und die Grafik macht eine Banderole “2. aktualisierte Auflage”. Das ist definitiv weniger Arbeit, als bei der Erstauflage, aber kostet auch Geld. Alle anderen Kosten laufen dabei unverändert weiter.

Was kostet ein eBook?
Ein eBook kostet an sich das gleiche. Nur, dass man sich den Druck und den Buchhandelsrabatt spart. Dafür braucht man einen anderen Vertrieb, z.B. über den Amazon-Kindle Shop, über den Apple Bookstore oder andere. Hierfür sind wiederum Provisionen fällig, die grob zwischen 10% und 30% liegen. Diese sind hier als “Rabatt” aufgeführt. Zusätzlich hat man Arbeit damit die Bücher in die Shopsysteme (Amazon, Libri, Apple Bookstore usw.) einzustellen oder man muss einen Dienstleister dafür bezahlen. Auch braucht jedes eBook in jedem Format (pdf, mobi, epub) eine eigene ISBN. Das heißt, dass jedes eBook noch mal angefasst werden muss und man es nicht ordentlich automatisieren kann.

Kalkulation eBook

Kalkulation eBook

Auf der anderen Seite kann man bereits produzierte Bücher zu eBooks konvertieren und zweit-verwerten. Dadurch verteilen sich die initialen Kosten auf mehr Verkäufe. Die Autorenhonorare und die Bildrechte fallen dennoch an. Auch diese muss man meist für eine “Auflage” von z.B. 1000 Stück lizensieren. Man kann also kein Buch zum Testen “mal eben” als eBook einstellen. Gerade zu Beginn überlegt man daher sehr genau, welches Buch man als eBook herausbringen will. Und mal ehrlich: Wer von Euch hatte dieses Jahr vor, ein Buch von uns als eBook zu kaufen? Man muss erst mal Werbung dafür machen und seine Kunden in die digitale Welt ziehen.

Das Argument “das Buch gibt es eh schon, bringt es doch kostenlos als eBook heraus” klappt also nicht. Somit kann man selbst ein Buch, welches man 10 Millionen Mal verkauft hat, nicht kostenlos anbieten. Es würde gehen, wenn man es nur über die eigene Homepage vertreibt, es selber geschrieben hat, die Bilder rechte-frei sind und auf sein Honorar verzichtet. Ein Beispiel dafür ist das Buch “Gulli Wars” über das Online-Portal gulli.com. Dieses wurde allerdings während der (bezahlten) Arbeitszeit geschrieben, oft heruntergeladen aber nur wenige hundert Mal verkauft. Es gab kein Interesse an einer kommerziellen Verwertung des Werkes.

Welche Probleme gibt es in der Praxis?
Will man also eBooks zumindest günstig anbieten will, so muss man sie über den eigenen Shop verkaufen. Der Shop muss also den Verkauf von Dateien in irgend einer Art unterstützen. Das ist nicht so trivial, wie man manchmal meint. Zum anderen kommt vermutlich kein iPad oder Kindle Benutzer je an diesem Shop vorbei. Man müsste also massiv Marketing machen. Alternativ muss man es wieder kostenpflichtig in die gängigen eBook-Märkte einstellen.

Im normalen Buchhandel hat man als kleiner Verlag oft das Problem, dass die Bücher nicht in der ersten Reihe liegen, sondern etwas versteckter oder nur im jeweiligen Regal, aber nicht bei den Top-Titeln. Auch das sorgt dafür, dass der Verkauf schlechter läuft. Man muss mehr Marketing machen, den Vertrieb die Ware besser präsentieren lassen und den ganzen Sachen einfach mehr hinterherlaufen.

Buch im Print und als eBook?
Schwer auch ist die Zielgruppe derer, die ein Buch als Papier- und eBook-Version wollen. Dass man das gleiche Werk nicht zweimal bezahlen möchte, kann ich gut verstehen. Als Verlag auseinander zu halten, wer bereits das Buch im Print hat und wer nicht, geht aber auch kaum. Dort wäre eine Art Doppel-Lizenz das Mittel der Wahl. Ich weiß aber nicht, wie man das derzeit umsetzen kann. Ein QR-Code im Buch wurde oft als Allheilmittel gesehen. Dazu müsste aber jedes Buch identifizierbar sein. Im Film “Soylent Green” haben Bücher Seriennummern. Bei uns zum Glück nicht. Und eine individuelle Nummer, URL oder ähnliches würde den Druck deutlich verteuern. Wir sind aber offen für Vorschläge aller Art dazu.

Ergebnis
Kostenlose eBooks sind in kommerziellen Verlagen aufgrund der Lizenzpolitik heute nicht möglich. Macht man selber ein Buch und verzichtet auf sein Honorar, so ist es durchaus möglich. Jedoch fehlt einem dann der große Vertriebskanal. Bei Fair-Pay-Modellen hat man keine feste Kalkulationsgrundlage für die Ausgaben des Verlages, allen voran die Gehälter der Angestellten. Denn die möchten ungerne auf einer ungewissen Provisionsbasis arbeiten. Zum anderen sieht man in  diesem Beitrag, dass die Druckkosten, welche oft für den Bärenanteil gehalten werden, eher weniger ins Gewicht fallen. Lizenzen und Mitarbeiter sind die Dinge, die ein Buch ausmachen und somit auch die Kosten.

Wir freuen uns auf eure Kommentare zu diesem Thema!

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15 Pingbacks/Trackbacks

  • KinNeko

    Kann das denn stimmen, das die Grafik mehr kostet als der Author? Werden die Grafiken im Verlag durch eine interne Abteilung erstellt?

  • enno

    In dem Fall ja, da es einige aufwändige Grafiken waren. Die wurden auch von Freelancern gemacht, also nicht nur intern.

  • Cifer

    Zumindest bei eingeschweißten Büchern sollte eigentlich das Beilegen eines Blattes mit einer Seriennummer (ähnlich wie es bei Computerspielen seit mehr als einem Jahrzehnt gang und gebe ist) machbar sein.

    Aber gibt es da nicht ohnehin den Haken mit der Buchpreisbindung?

    • Till Wollheim

      Buchpreisbindung ist sicherlich kein Problem – das ist keine gesetzliche Preisvorgabe, sondern der Verleger entscheidet das! Er kann also – vorausgesetzt er hat die nötige Weitsicht – seine Ebooks zu 1/4 des Print-Preises anbieten und für Besitzer des Buches gratis, Nachweis ist ja nun wirklich kein Problem. Zum Beispiel durch Vertrauen? Oder Übersenden der Kaufquittung ber Scan-Mail.

  • enno

    Stimmt, das würde gehen. Müsste man halt ein Downloadsystem für haben, aber sowas lässt sich bauen.

    Das mit der Buchpreisbindung geht, wenn man es als einen Preis für ein Bundle fest legt. Ob die Leute die Option des Downloads nutzen oder nicht bleibt ja ihnen überlassen.

  • Stilmagazin

    Starke Infos!

    - Andreas

  • http://gesichtergalerie.wordpress.com Hegewisch

    Liebes Story-Buch-Team,

    ich bin ganz platt, was Ihr da ins Netz gestellt habt. Das finde ich alles sehr spannend und insofern überraschend, weil ich auch Buchautoren (Belletristik) kenne, die äußerst knapp kalkulieren müssen. Ich finde das ganzn toll – der Vergleich gibt mir tatsächlich Motivation für ein eigenes Projekt. Also nochmal Dank und weiter viel Erfolg, ob gedruckt oder nicht…

  • Pingback: Die Buchpreisbindung spaltet ein Land | Enno Lenze

  • http://www.story2go.de Thomas Knip

    Eine sehr schöne Aufgliederung und eine interessante Gegenüberstellung.

    Allerdings vermitteln die beiden gleich großen Diagramme auch den Eindruck als seien die real entstehenden Kosten gleich groß.
    Die Größe der Diagramme sollte sich daher an den tatsächlichen Kosten orientieren.

    Ebenso vermisse ich beim “Druck-Diagramm” die Kosten für Remittierung oder Entsorgung unverkaufter Exemplare, die Personalkosten für Lagerarbeiter und vielleicht eine feinere Aufschlüsselung zwischen Grossist und Buchhandel (auch wenn just jene beiden Gruppen darüber nicht glücklich sein dürften …) – was beim eBook-Diagramm der Aufteilung zwischen Aggregatoren und Shops entspricht.

    Unbenommen bleibt in beiden Vertriebswegen (und das unterschätzen leider viele Kunden) der große Anteil, den der Handelsrabatt ausmacht.

  • A. Peter

    Die Tortendiagramme sind ja ganz interessant, lassen sich aber nicht vergleichen, da absolute Zahlen (verständlicherweise) fehlen. Spannender wäre das Verhältnis der Kosten Print zu eBook.
    Angenommen ein Buch wird einmal nur als Papierbuch und einmal nur als eBook veröffentlicht. Kostet das eBook 90% eines Print-Buches? Oder nur 50%?

  • enno

    Hallo,

    die Diagramme sind gleichgroß, weil Tortendiagramme immer voll sind ;) Dass man sie nicht vergleichen kann (in absoluten Zahlen) hatte ich gar nicht bedacht. Wir haben noch nicht viele eBooks gemacht, daher fehlt der genauere vegleich. Aber es kostet fast so viel, wie ein gedrucktes Buch. Alle Arbeiten im Verlag bleiben die gleichen. Bei den Lagerkosten kann ich nur von meinem Lager ausgehen, andere Zahlen liegen mit naturgemäß nicht vor.

    Gruß, Enno

  • Pingback: Was ist euch dieses Buch wert? | Berlin Story Verlag Blog

  • http://www.facebook.com/andyartmann Andreas Andy Artmann

    Tolle Diskussion direkt auf http://www.facebook.com/tango.publishing  mitgeteilt. Danke. Ihr macht einen tollen Job!

  • http://www.facebook.com/andyartmann Andreas Andy Artmann

    Tolle Diskussion und ein wichtiger Beitrag. Direkt auf http://www.facebook.com/tango.publishing mit-ge-teilt. Danke.

  • Susanne Fischer

    Ein wirklich interessanter Artikel. Wird gerne unter http://www.facebook.com/STRATTACK weiterempfohlen.

  • Christoph

    Danke! interessante Einsichten :)

  • Pingback: eBook gegen Zwangsspende – und viel Feedback | Berlin Story Verlag Blog

  • Sven

    Lagerkosten im ebook-Diagramm? Was kosten denn so 1000 ebooks in der Lagerung?

    • Anonymous

      Wie im Diagramm zu sehen ist: Nichts. Die Legende ist, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten, in beiden Diagrammen gleich. Aber wie man sieht fehlt das “Tortenstück” für das Lager.

      • http://www.darktiger.org/home Maik

        Dafür gibt es ein Kuchenstück für Vertrieb (fahrt Ihr die E-Books mit dem Auto zu Amazon?) und einen für Freiexemplare(?)

        • enno

          Freiexemplare: Ja und Vertrieb ist nicht Versand. Vertrieb heißt: Dafür sorgen, dass wir in neuen Shops/Marktplätzen sind und dass wir dort gut platziert werden. Teilweise fließender Übergang zu Marketing.

  • Andy

    Komisch, ich würde nie verlangen, das eBooks kostenlos sind, ich hätts nur gerne, dass alle (bzw. möglichst viele) Bücher sowohl als eBook, als auch als Printausgabe rauskommen
    Nur leider is das in D noch nich der Fall, die eBook-Auswahl ist im
    Vergleich zu den USA noch recht mager oder zumindest kommt es mir noch
    so vor…

  • Pingback: Content-Mafia – die Alternative | Enno Lenze

  • Pingback: Kosten für Print-Buch und eBook - Wo sind die Unterschiede? | eBooks-lesen.net

  • Sphe

    Sehr interessante Übersicht! Wie schon gesagt wurde, lässt sich die ebook Problematik für ein Lizenzbundle mit dem Code durch einen selbstgedruckten Beileger oder Aufkleber mit qr-Code oder ähnlichem günstig realisieren. Bei 1000 Exemplaren ist das Einlegen schnell erledigt, bei größeren Auflagen erledigen das relativ preisgünstig Knast-Lohnfertiger oder ähnliche Institutionen. Auch die Tschechen habe ich schon sehr günstig Manualarbeiten erledigen gesehen und kann gerne vermitteln. Wenn ich ein gedrucktes Buch habe, würde ich ehrlich gesagt nicht mehr als 3 Euro zusätzlich für ein ebook Zahlen wollen. So ein gedrucktes Buch läßt sich später schließlich weiterverkaufen, ausleihen und sogar verschenken, wenn man dies möchte. Ein ebook hingegen…..

  • Jorge

    Ja, ein Säulendiagramm, dass beide Bucharten nebeneinanderstellt wäre wohl aufschlussreicher gewesen. So hat das ja nur bedingte Aussagekraft. Vielleicht kann man das ja noch nachreichen?

  • Pingback: Vom Umgang mit “Raubkopierern” | Berlin Story Verlag Blog

  • Peter Sedan

    Wieso ist ein Rabatt eine Kostenart? Das macht die ganze Grafik irgendwie wenig aussagekräftig.

  • Pingback: Julia Schramm: Ein Screenshot geht um die Welt | BASIC thinking

  • Jemand

    Bzgl. Totholz+eBook:

    1. Wenn man Dinge im “Bundle” anbietet, wäre das Problem doch schon deutlich reduziert? Die Möglichkeit, das eBook erst nachträglich zu lizenzieren ist ja noch weitergehend.

    2. Wenn man die Reihenfolge “umdreht”, dann könnte man über das DRM der eBooks herausfinden, wer schon ein eBook hat. Diese Kunden könnten dann eine vergünstigte “eBook-Ausdruckervariante” hinzukaufen (vermutlich nötig, um Preisbindung zu “umgehen”).

    Wo ein Wille ist…

  • Nicolai

    Wie hoch sind die Satzkosten tatsächlich?
    Entweder sind alle anderen Kosten niedriger als ich annehme oder der Satz ist sehr teuer.
    Seit wann kostet Satz mit LaTeX so viel Geld?
    Wenn eine kleine Online-Website bei irgendeiner Frickelbude preiswert ist, warum kostet dann eine extrem simple (Überschriften, Endnoten, Deckblatt am Anfang und ein paar Bildchen, wenn überhaupt) Offline-Website aus einer sehr bescheidenen Teilmenge von CSS und XHTML (=epub) so viel Geld.

    Der Austausch von ISBN 1 gegen ISBN 2 lässt sich doch auch automatisieren. Warum denn nicht? Es ist eine ziemlich kurze Nummer (hat sie in epub ein eigenes Tag, einen eigens spezifizierten Ort?) und ihr könnt doch eine aus eurem Block auswählen. Das ist eine blöde Abfrage aus einer Datenbank (oder auch einer Textdatei mit einer Nummer pro Zeile, kein Drama). Und selbst wenn ihr all das nicht möchtet: Die ISBN steht zweimal im Buch, oder? Das lässt sich doch guttenbergen. Strg+H, OK,OK, fertig.

    Mein Eindruck ist, dass die meisten Verlage nicht genügend automatisiert arbeiten. Andererseits bin ich nicht in diesem Geschäft, also sehe ich es vielleicht auch falsch oder blauäugig.

  • Till Wollheim

    Diese ganze Berechnung ist ja schön und gut – vernachlässigt aber das wesentlichste Argument: wenn ich mein Budget für Literatur , das nun mal jeder normale Mensch – also abgesehen von den 10% Mafiosi – hat, aufgebraucht habe, also dieses Buch niemals kaufen würde, kann es dem Verlag schlicht wurscht egal sein, wenn ich es von einem dritten Server lade, denn es enstehen ihm so keinerlei Kosten, es entgeht ihm aber auch kein Gewinn!
    Würden die Verlage nun die E-Books wesentlich billiger anbieten, würden sie deutlich mehr verkaufen und so in der Tat dann kostenlos Zusatzertrag erwirtschaften. Aber Marketing ist ein Schwachpunkt bei deutschen Verlagen. Ein beredtes Beispiel ist der Vergleich von Brockhaus und EB. Die EB Digitalausgabe kostet 30 € – das Buch kostete 2000 €. EB Digital gibt es noch – Brockhaus ist weg vom Fenster!! Hätte Brockhaus sein Lexikon für 250 € angeboten, hätten sie mindestens tausend mal so viele Exemplare verkauft und hätten einen dicken Gewinn eingefahren – denn Sie erklären hier ja selbst, das Drucken kostet (relativ) nichts!
    Till Wollheim

  • Pingback: Julia Schramms take-down notice | Enno Lenze

  • http://twitter.com/S_Lepa Steffen Lepa

    Ich würde sagen, es wäre für Außenstehende weniger irreführend, wenn man durchgehend anstatt von “Rabatt” lieber von “Provision für den Absatz und Marketing über den Buchhandel” sprechen würde. Da dies der größte Kostenpunkt zu sein scheint, würde mich ferner interessieren, wie dessen Höhe in der Praxis ausgehandelt wird. Politisch wäre ferner zu diskutieren, ob es nicht im Interesse der Verlage wäre, ein gemeinsames Online-Portal zu betreiben, zu dem jeder Zugang hat, um sich das mal zukünftig zu sparen. Im Grunde geht es ja nur noch um das Generieren von Aufmerksamkeit…

  • Erbloggtes

    Vielen Dank für die Aufschlüsselung! Ich halte sie für kritikwürdig, aber ihr großer Vorteil ist, dass Ihr sie veröffentlicht habt und damit die Möglichkeit von Kritik geschaffen habt.
    Grundsätzlich handelt es sich um den Typ Grafik “Wie setzt sich der Ladenpreis eines Produkts zusammen?” Den setzen alle Warenproduzenten gern ein, wenn in der Öffentlichkeit Kritik an ihren hohen Preisen laut wird. Man denke nur mal an den Benzinpreis und die Tankstellen, die betonen, wieviel Steuern in der horrenden Tankquittung stecken. Manche setzen solche Grafiken auch gern ein, wenn sie zeigen wollen, wie wenig der “eigentliche Produzent” einer Ware vom Kaufpreis erhält. Die Suggestion der Grafik läuft dann darauf hinaus, dass ein höherer Preis notwendig ist, damit der “eigentliche Produzent” (also z.B. der Kaffeebauer in Brasilien) gerecht entlohnt werden kann – oder dass Preissenkungen dem Einkommen des “eigentlichen Produzenten” schaden würden.
    Diese Suggestion wirkt meist. Ein bei genauerem Hinsehen plausibles Argument steckt da aber nicht drin. Denn die Kritik an hohen Preisen, die im Fall des Buchmarktes mindestens seit dem 18. Jahrhundert ständig, ständig, ständig geäußert wurde, enthält ja nicht die Forderung, dass irgendeines Beteiligten Anteil verringert werden sollte, sondern dass die Gesamtkosten reduziert werden sollten: Die Torte soll kleiner werden, aber das geht bei einem Tortendiagramm gar nicht.
    Bücher sollen billiger verkauft werden, lautet die Devise der Kritiker, meist mit der Begründung, damit Kultur und Bildung zu fördern. (Die Forderung nach kostenlosen E-Books ist nur die radikale Variante der Forderung nach einem freien Zugang zu Kultur für alle.) Auch die meisten Autoren wollen gern viel gelesen werden. Daher sind viele offen für Verlegervorschläge, die den Buchpreis senken sollen: Im Wissenschaftsbereich ist es gang und gäbe geworden, dass der Autor das fertige Buch einliefert und der Verlag nur noch eine ISBN draufpappt. Zusätzlich zahlt der Autor (oder eine Stiftung/ein Institut) Tausende Euros Zuschüsse, und der Buchpreis liegt trotzdem bei 100 Euro, denn wissenschaftliche Bücher kauft ohnehin nur, wer muss, und da ist es dann auch egal, ob es die Hälfte oder das Doppelte kostet. Es ist leicht auszumachen, dass das blaue Tortenstück “Überschuss vor Steuer” bei dieser Variante größer und größer wird. Unter einem Drittel Gewinn läuft bei manchen Wissenschaftsverlagen nichts. Für Ökonomen ist das die richtige Frage: Wie maximiere ich das blaue Tortenstück? Gesellschaftlich ist diese Frage aber irrelevant, da heißt es: Wie verbreiten wir Kulturgüter am weitesten?
    Verlage hatten schon vor über hundert Jahren die Tendenz, beide Fragen mit einer Antwort zu versehen, die lautete: Durch Ausschaltung des Buchhandels (also des roten “Rabatt”-Stückchens). Daraus ist nichts geworden. Die heute aussichtsreichste Antwort auf die zweite Frage lautet: Durch Ausschaltung der Verlage. In der Wissenschaft wird das längst praktiziert. Mit einem Vertriebssystem aus Rezensionen in Fachzeitschriften und Open-Access-Datenbanken der Universitätsbibliotheken lässt sich die (jeweils kleine) Zielgruppe für Spezialforschungen kostenlos mit Inhalten beliefern.
    Wird eine solche Entwicklung Verlage im Sachbuch- und Belletristikbereich auch bald betreffen? Ist das unvermeidbar? Ist das vielleicht sogar wünschenswert?
    Ich weiß es nicht. Aber danke nochmal für die Darstellung der Preiszusammensetzung! Da kann sich jeder Buch/E-Book-Käufer ja mal überlegen, ob er Produkte mit dieser Zusammensetzung kaufen möchte.

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  • Petra

    Eine tolle Grafik, aber wo ist der Teil für das Lektorat bzw. eine mögliche Übersetzung? Bei den Personalkosten oder geht das dann vom Überschuss ab?

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