eBook gegen Zwangsspende – und viel Feedback

Liebe Kommentatoren, Journalisten, Twitterer, Blogger und Emailschreiber,

Danke!

die Bilanz der letzten 24h sind

Das 99 Cent eBook

Das Ergebnis ist eindeutig: Die Kunden sind mit den bisherigen Vertiebsmodellen oft nicht mehr zufrieden und freuen sich, dass wir diese Sache in die Hand genommen haben. Zum anderen ist das Interesse an unserem Buch groß, da das Thema viele Leute interessiert. Wir haben also einen enttäuschten Verleger, neugierige Leser und einen Autor, der sich nicht vertreten fühlt. Also bieten wir das eBook nun über die gängigen Marktplätze für 99 Cent an. Durch die Vertriebssysteme entstehen uns Kosten, sodass wir gezwungen sind, einen geringen Preis festzulegen. Das ist das kleinste Übel.

Hier werden die Links zu den Marktplätzen ergänzt (funktionieren teilweise erst in ein paar Stunden): iTunes, Amazon, Beam, …

Es geht weiter

Wir wollen damit auch dem häufigen Kritikpunkt entgegentreten, dass eBooks zu ähnlichen Preisen wie die Printausgaben angeboten werden. Dass das durchaus der Realität entspricht, haben wir bereits in diesem Blog erklärt. Dennoch wollten wir mit unserem Testlauf herausfinden, ob sich bei einer Zweitverwertung andere Preismöglichkeiten ergeben. Zu guter Letzt möchten wir, dass Klaus Behling viele Leute mit seinen spannenden Geschichten erreicht. Denn genau darum geht es ihm bei der ganzen Sache.

Gebt uns Feedback

Solltet ihr das eBook bereits haben (oder es nun aus einem der Marktplätze kaufen), wollen wir weiterhin wissen, was es euch wert ist. Unter allen Kommentaren (bitte hier drunter, der Einfachkeit halber) verlosen wir drei Mal das Buch “Fluchthelfer” von Klaus-M. von Keussler und Peter Schulenburg.

Freiheitswille!

Wir werden die Verbreitung dieses Buchs nicht verbietenlassen. Klaus Behling erzählt an 250 Beispielen auf knapp 200 Seiten, wie Deutsche nach Deutschland flüchteten, wie Ihnen Freiheit! wichtiger
war als Heimat, als Nachbarn, als der Beruf.

Hier gibt es das Vorwort von Klaus Behling zu “Der Letzte macht das Licht aus”.
Und hier die kurze Geschichte, wie drei Jugendlich mitten durchs Minenfeld in die Freiheit krochen.


Anwaltsschreiben stoppt unser fair-pay eBook

Der Berlin Story Verlag ist immer innovativ. Wir haben seit der Gründung vor zehn Jahren eine gute Homepage. Wir bloggen hier, sind auf Facebook unterwegs (bei Twitter fehlt uns schlichtweg die Zielgruppe), sehen uns Vertriebsmodelle in den USA, die Kulturwertmarke des Chaos Computer Clubs und den Kulturflatrate der Piratenpartei an. Und wenn wir die passenden Informationen nicht finden, versuchen wir sie selber zu evaluieren.

Wir hatten die schöne Idee, eines unserer eBooks kostenlos anzubieten. Jeder Leser konnte aber im eigenen Ermessen etwas dafür bezahlen oder uns etwas anderes als Gegenleistung bieten – oder eben nichts. Dieses Modell wurde soeben anwaltlich untersagt. Wir dürfen es jetzt und auch in Zukunft nicht weiter anbieten. Sorry, liebe Leser! In wenigen Tagen gab es fast 200 Downloads, was für einen kleinen Verlag eine beträchtliche Menge ist! Wir bekamen viel positives Feedback in den Kommentaren und auf Facebook. Leider meldete sich niemand bei uns, den diese Idee störte. Kein Anruf, kein Fax, keine eMail, kein Brief, kein Kommentar, kein Post, kein Tweet – nichts. Wieso man direkt den Anwalt bewegen muss ohne sich einfach mal zu melden – und das unter Branchenkollegen – werde ich nie verstehen.

Dass man das Produkt “Buch” weiterdenken muss, ist keine Frage und ein Blick über den Tellerrand der Buchbranche zeigt einem, dass Flatrate-Modelle für Kulturgüter irgendwann die Lösung sein werden. Aber die Großen der Branche harren auf veralteten Geschäftsmodellen aus und verteidigen diese. Dieses Vorgehen enttäuscht mich sehr. Obwohl man die Idee lobt, wird ein weiteres Vorgehen untersagt. Wir werden versuchen, uns weiterhin auf der Welle der Zeit zu reiten und unsere Ideen zu verwirklichen. Aber wie heißt es so schön: “In Deutschland gibt es keine Revolution, weil das Betreten des Rasens verboten ist!

Gruß, Enno Lenze
Geschäftsführer des Berlin Story Verlags

Hier der Text des Schreibens:

Sehr geehrte Damen und Herren.
wir schreiben lhnen als Preisbindungstreuhänder zahlreicher Verlage gemäß 9 Absatz 2 Nr. 3 BuchPrG. Zu unseren Aufgaben gehört die Überwachung der Einhaltung der Preisbindung und die Verfolgung von Preisbindungsverstößen.
Von Lesern Ihrer lntemet-Werbung werden wir darauf aufmerksam gemacht, dass Sie den Titel “Der Letzte macht das Licht aus” als E-Book auf den Markt gebracht haben, aber keinen Preis festgesetzt haben, sondern es den Leser überlassen, den diesen angemessen erscheinenden Preis zu bestimmen, weil es, wie Sie schreiben‚ keine Information zur Bestimmung von Preisen für E-Books bisher gebe. Wir finden den Gedanken, den Marktpreis eines Buches durch Leserinfonnationen zu erfahren, recht originell. sehen darin allerdings einen klaren Widerspruch gegen das Buchpreisbindungsgesetz. Denn dort ist eindeutig in §5 geregelt, dass es der Verleger ist, der den Preis bestimmen und dann veröffentlichen muss, es aber nicht Dritten, etwa Händlern oder auch Lesern, überlassen kann, den ihnen angemessenen Preis zu bestimmen, und das gilt nicht nur Printprodukle, sondern auch für E-Books, die nach der gesetzlichen Regelung als Buchsubstitut ebenfalls preisgebunden sind. Sie mögen das bedauern, aber die Buchpreisbindung hat der Gesetzgeber nun einmal dem Buchhandel als Paket angeboten: Mit den bekannten Vorteilen, andererseits aber auch mit gleichseitiger Beschränkung sonst zur Verfügung stehender unternehmerischer Möglichkeiten.
Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir bestätigen würden, dass Sie nach diesem rechtlichen Hinweis das Experiment nicht fortsetzen und Weiterungen vermieden werden.
Mit freundlichen Grüßen

(Rechtsanwalt)

Wer hat mitgezählt, wie viele Nebensätze es gibt? Davon ab bin ich gar nicht der Meinung, dass es keine Bestimmung gibt. Wir haben ja auch einen Preis von 0€ festgelegt, alles andere ist freiwillig. Wie dem auch sei, für ein kostenloses eBook würde die rechtliche Auseinandersetzung dann doch zu teuer werden.

Update: Der Autor zur Situation

Der Autor, Klaus Behling, meldete sich inzwischen bei mir mit einigen Zeilen. Er erlaubte mir auch, sein Schreiben zu veröffentlichen. Ich finde es fast ironisch, dass der Mensch um dessen Interessenschutz es ja eigentlich geht, selbst kein Verständnis für dieses Vorgehen hat.

Potsdam, 15.02.2012

Sehr geehrter Herr Lenze,
ich hätte es nicht möglich gehalten, in meinem Leben noch einmal zu den Autoren zu gehören, deren Bücher verboten werden. Nun ist es geschehen. Eigentlich könnte ich es mir als Ehre anrechnen, denn die Liste jener‚ denen ähnliches widerfuhrj, ist ja durchaus ehrenwert. Und außerdem wird ja Wohl heutzutage — im „Zeitalter“ der Elektronik — auch nicht mehr verbrannt.
Damit sind wir beim Knackpunkt, diesen offenbar so gefährlichen bites und bytes: Ich war Ihnen sehr dankbar, dass Sie mein bei Berlin Story erschienenes Buch „Der Letzte macht das Licht aus“ zu einem Preis zur Verfügung gestellt haben, den der Leser selbst bestimmen sollte. Der Grund dafür liegt nicht darin, dass ich so unheimlich gern auf mein Honorar verzichte, sondern in dem Bemühen jedes Autoren, möglichst Viele Leser zu finden.

Im konkreten Fall erzählt mein Buch Geschichten von Fluchten über die glücklicherweise nicht mehr vorhandene innerdeutsche Grenze. Seit es sie nicht mehr gibt, ist nun fast die nächste Generation herangewachsen — sie hat ein Recht darauf, auch über diesen Teil unserer Geschichte informiert zu werden. Das ist nicht immer leicht, denn Bücher sind teuer, ich meine sogar, zu teuer. Sie sind nämlich keine bloße Ware, sondern ein Kulturgut. Aber Gott-sei-Dank gibt es inzwischen ja nicht mehr nur den vor fast 600 Jahren erfundenen Buchdruck, sondern auch die Elektronik und eben auch jene, die ihre Aufgabe im Verhindem und Bremsen sehen. Sicher ließe sich auch ein juristischer Kniff finden, die Erfindung des Rades heute noch in Zweifel zu stellen.
Ich bitte Sie herzlich, den Damen und Herren der mir unbekannten Anwaltskanzlei ein Exemplar meines Buches „Der Letzte macht das Licht aus“ zuzustellen, natürlich kostenfrei und in gedruckter Form.
Mit freundlichem Gruß
Klaus Behling

Update: Das Feedback

Es gäbe noch die Möglichkeit, Mängelexemplare oder gebrauchte eBooks anders anzupreisen, aber das lasse ich lieber erst prüfen.

Vielen Dank für das ganze Feedback. Auf Twitter ist ein retweet Sturm ausgebrochen, hier hagelt es Kommentare. Zwei Anwälte haben bereits Hilfe angeboten und es gab das Angebot, das Buch in Uruguay ohne Buchpreisbindung anzubieten.

Artikel

Winfuture, Netzpolitik.org, Buchreport.de
Einen guten Überblick gibt es bei Rivva und bei Google News


Dreharbeiten rund um den Verlag

Wenn man Unter den Linden sein Büro hat, sieht man mehr Touristen, Demonstrationen und Dreharbeiten als sonst irgendwo in Berlin. Heute hat Samuel vom Vertrieb einen Catering-Wagen eines Filmteams vor dem Fenster. Sie haben alle Hände voll zu tun, den Bürgersteig, den sie nicht mieten können, für eine Minute frei von Passanten zu halten. Im Winter ist das aber ein seltener Anblick. Im Sommer kommt es auch mal vor, dass die Linden mit Sand aufgefüllt werden und man sich beim Verlassen des Büros in einem Effi Briest Set befindet.


Was ist euch dieses Buch wert?

AKTION  BEENDET!

In diesem Blogpost erklären wir, warum.

AKTION BEENDET!

eBook zum fairen Preis

Welchen Wert haben Ebooks für Leser? Und wie viel sind sie bereit, dafür zu zahlen? Dieser Frage wollen wir nachgehen, indem wir es den Lesern überlassen, den Preis eines Ebooks zu bestimmen. Einen Monat lang können Kunden das Buch „Der Letzte macht das Licht aus“ von Klaus Behling hier downloaden. Wie und ob bezahlt wird, entscheidet der Leser. Er kann die gewünschte Summe via Paypal zahlen; er kann den Verlag durch Flattr unterstützen; er kann mit Naturalien wie Schokolade bezahlen – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt; oder er zahlt gar nichts.

Das Ziel besteht darin, den passenden Preis für ein Ebook zu finden, der idealerweise den Wert für den Leser widerspiegelt und sich trotzdem von den Produktionskosten her rentiert. Bisher wurden keine Informationen zur Bestimmung von Preisen für Ebooks veröffentlicht, auf die sich ein Verlag bei den eigenen Preisen beziehen könnte. Wir führen daher ein eigenes Projekt durch, um diese Informationen zu erschließen. Die Auswertung dieses Projekts werden wir anschließend veröffentlichen. Welche Kosten bei der Produktion eines Buches und eines eBooks entstehen haben wir bereits hier erklärt.

Welche Zahlungsart sich bewährt und wie hoch die Downloadzahlen sind, werten wir regelmäßig in diesem Blog aus. Unsere abschließende Auswertung stellen wir ebenfalls online zur Verfügung.

Der Letzte macht das Licht aus…

Der Verlag bietet für dieses Projekt ein Buch an, welches das Interesse vieler Leser wecken sollte. „Der Letzte macht das Licht aus…“ von Klaus Behling erzählt 250 Fluchtgeschichten, erfolgreich und nicht erfolgreich. Jede Flucht ganz kurz, auf die Akteure und das Wesentliche konzentriert. Wie ein Krimi. Die ganze Erbärmlichkeit, Niedertracht und Kriminalität des DDR-Systems wird wie durch Schlaglichter beleuchtet. Jetzt könnte man meinen, das sei ein niederschmetterndes Buch. Ist es aber nicht. Klaus Behling schreibt scharfzüngig, treffend, mit großer Zuneigung zu den Menschen, die weg wollen, er ist ironisch, genau.

Das Buch als epub downloaden

Als eBook Software empfehlen wir den FBreader

Aktueller Stand

Seit 07.02.2012, 19 Uhr:

Downloads: 136
Geld: 8.00€
Naturalien: 200g Marzipan
Flattr: 6 Mal (die Summe wissen wir erst am Ende des Monats)

Stand: 15.02.2012, 10 Uhr

Freiwillig zahlen per Flattr

Einer der ganz einfachen Wege Inhalte, die man gut findet, im Internet zu unterstützen ist Flattr. Hierbei legt man einen fixen Betrag fest, den man pro Monat ausgeben möchte. Durch Klicken eines Flattr-Buttons bekommt der Empfänger am Ende des Monats einen Teil des zur Verfügung stehenden Betrages. Spendet man z.B. 10€/Monat und klickt 20 Flattr-Buttons, so erhält jeder Empfänger 0,50€. Die Idee dahinter ist, dass man den Betrag sowieso verteilt und somit nur noch die Empfänger bestimmen muss.

Flattr this

Freiwillig zahlen per PayPal

Ob per Überweisung, per Kreditkarte oder mit dem Einzug vom Konto: Per Paypal könnt ihr uns einen individuellen Betrag zukommen lassen.

 

Freiwillig Geld überweisen

Ihr könnt uns auch einfach Geld überweisen. Die Bankverbindung lautet: Alles über Berlin GmbH, Konto 6603196997, Bankleitzahl 10050000 (Berliner Sparkasse), Verwendungszweck: eBook Projekt

Freiwillig etwas anderes geben

Wir freuen uns über jegliches Feedback. Sei es in den Kommentaren, per eMail oder per Post. Gerne könnt ihr uns auch Schokolade, Mate oder andere Dinge schicken oder an der Kasse Unter den Linden 40 in 10117 Berlin abgeben.


VisitBerlin verlost Berlin Story Kalender 2012

Das neue Jahr hat begonnen. Ein beliebter Neujahrsvorsatz: besser organisiert sein. Um gegen Schusseligkeit im Alltag anzukämpfen – und nebenbei noch interessante Geschichten und Informationen zu vermitteln – verlost Visit Berlin im Januar Gewinnspiel einen Berlin Story Kalender 2012: “Gewinnen Sie den Berlin Kalender 2012 und verpassen Sie dieses Jahr keinen Termin. Der handliche Taschenkalender vom Berlin Story Verlag begleitet Sie mit ausgewählten Berlin-Motiven auf all Ihren Wegen…” Weitere Informationen zum Gewinnspiel finden Sie hier. Zusätzlich zum Kalender gibt es noch andere schöne Berlin-Preise zu gewinnen.

 


Berlin Story Bücher in der Presse

Das Interesse der Medien an den Büchern des Berlin Story Verlags ist im Jahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr fast um das doppelte gestiegen. Während 83 Artikel über Berlin Story Bücher im Jahr 2010 erschienen, wurden im verganenen Jahr unsere Bücher 153 Mal rezensiert. Besonders beliebt waren “Der AGA-Wagen”, der den ADAC Motorwelt Sonderpreis gewann und heute im Neuen Deutschland besprochen wird, sowie das Buch “Fluchthelfer”, welches vergangene Woche  in der FAZ rezensiert wurde.


Das Betriebssystem erneuern – Alles über die Piratenpartei

Sofern die Piratenpartei es nicht “verkackt”, wie Christoph Lauer es ausdrücken würde, und die Regierung hält, ziehen die Piraten 2013 in den Bundestag ein.  So sagt es zumindest Allenbach in seiner aktuellen Studie. Im Mai 2012 wird in Schleswig-Holstein ein neuer Landtag gewählt. Laut Forsa werden die Piraten auch hier einziehen.

Wir machen das Buch zu den Piraten und haben einen ersten Entwurf für das Cover dazu. Das Buch mit dem geplanten Titel “Das Betriebssystem erneuern” wird im Anschluss an den nächsten Parteitag der Piraten erscheinen. Der Parteitag mit Wahlen eines neuen Vorstands findet am 28. und 29. April 2012 in Neumünster statt.

Über die guten Aussichten der Piraten für die Bundestagswahl und die Verwunderung der anderen Parteien berichtet in der FAZ-online Prof. Renate Köcher.

Die Konkurrenz zu Allensbach ist FORSA. Forsa lag bei den Voraussagen zu den Landtagswahlen in Berlin am dichtesten am späteren Ergebnis. Forsa sagt den Piraten in Deutschland bei der Sonntagsfrage momentan, also am 21. Dezember 2011, 9 Prozent voraus.

Um das Buch über die Piratenpartei aus dem Berlin Story Verlag kümmern sich zwei Autoren. Appelius und Fuhrer sind beide erfahrene Buchautoren.

Prof. Dr. Stefan Appelius

Prof. Dr. Stefan Appelius lehrt als Soziologe und Politologe an den Universitäten Potsdam und Oldenburg. Er hat über die Weimarer Republik, die NS-Diktatur, die DDR sowie über aktuelle Zeitgeschichte und politische Protestkultur gearbeitet.

Sein nächster Recherche-Schwerpunkt ist der Jahres-Kongress des Chaos Computer Clubs, der ”28C3“, welcher zwischen den Jahren im Berliner-Congress-Center am Alexanderplatz stattfindet. Es gibt zwischen der Piratenpartei und dem CCC einige Überschneidungen in den Inhalten und bei den Mitgliedern, obwohl die Organisationen als solche keine Verbindung haben.

Armin Fuhrer

Armin Fuhrer leitet das Büro des Focus-Magazins in Berlin.
Fuhrer begleitete und kommentierte den Parteitag der Piraten in Offenbach. Da er auch die Entstehung der Grünen verfolgte, zeigte er sich verwundert über die Klarheit, Stringenz und Wortgewandtheit der überwiegend jungen Piraten. Besonders die Begrenzung der Redezeit auf eine Minute begeisterte ihn. Bei den Grünen damals …

Sich mit Armin Fuhrer zu unterhalten ist derzeit nicht einfach. Er hat die maßgebende Biographie über Bundespräsident Christian Wulff geschrieben. Bei unserem vorigen Gespräch erhielt er in einer halben Stunde vier Interview-Anfragen.

Es geht bei den Piraten nicht nur um das Internet und Netzfreiheit. Die Welt verändert sich gerade grundlegend. Die Piratenpartei ist ein Ausdruck dieses Veränderungsprozesses. Als die Grünen gegründet wurden, waren Vorratsdatenspeicherung und Globalisierung noch in weiter Ferne. Globalisierung, Krisen und Krisenmanagement haben unerreichte Ausmaße angenommen.

In Deutschland segmentiert sich die Parteienlandschaft immer weiter. Als es die Deutsche Post noch gab, gab es ein Zwei-Parteien-System sowie eine hin- und her schwankende FDP. Heute gibt es mehr Parteien – aber die Piratenpartei ist die erste, die auf Anhieb einen solchen Erfolg zu verzeichnen hat. Warum das so ist, werden Appelius und Fuhrer analysieren.

Aus der Verlagsankündigung

Sie fühlen sich von den Altherren-Parteien nicht vertreten, wollen echte Demokratie und haben etwas zu sagen. Sie treten selbstbewusst auf, zeigen keine Politikverdrossenheit, sondern nehmen ihre Sache in Angriff. Die Weltlage verändert sich vor unseren Augen grundlegend und die Piraten vertreten das Neue. Sie sind keine Internetpartei. Alle Meinungsforschungsinstitute sowie die etablierten Parteien sehen sie im nächsten Bundestag.

Was wollen die Piraten eigentlich genau? Wer sind Sie? Warum kommt diese Partei gerade jetzt – und warum mit massivem Erfolg? Was ist anders als bei den Grünen?

Stefan Appelius und Armin Fuhrer besuchten die großen Parteitage und die Meetings der kleinen Crews, sie sprachen ausführlich mit unzähligen Piratinnen und Piraten, spannen den Bogen der ersten Demokratie von Athen bis zur Lage heute.

 


Was kostet ein Buch? Und warum sind eBooks nicht kostenlos?

Diese beiden Fragen tauchen immer wieder auf. Nun tut man sich als Unternehmer schwer, etwas über seine Kalkulationen zu sagen. Auf der anderen Seite verstehe ich das Interesse aber durchaus. Also möchte ich hier einmal erklären, welche Kosten man bei der Erschaffung eines Buches hat.

Berlin Story Verlag

Was kostet die Erstellung eines Buches?

Das kann man pauschal kaum beantworten, aber ich versuche mal, den Ablauf etwas zu erläutern. Eine Buchidee entsteht meist beim Verlag. Man weiß, was die Kunden wünschen, konzipiert ganz grob ein Buch und überlegt, welcher der Autoren, mit denen man arbeitet, das Buch schreiben könnte. Oft schicken Leute eine Buchidee per Email an den Verlag und fragen, ob wir das Buch mit ihnen machen wollen. Wenn die Idee gut ist, geht auch dort die Arbeit los.
Man trifft sich mit dem Autoren, dem Verlagsleiter und manchmal noch 1-2 weiteren Leuten und spricht das Buch ab. Welches Format bekommt es? Will man zu guten Preisen drucken, kann man nur Seitengrößen nehmen, die sich ohne Verschnitt aus einem Bogen schneiden lassen. Dadurch ergibt sich auch, dass man die Seitenzahl oft in 8er oder 16er Schritten staffelt. Hat man am Ende 11 von 16 Seiten übrig, muss man kürzen oder sich etwas anderes überlegen. Eine Seite kann eine bestimmte Menge Zeichen in der üblichen Größe beherbergen. Man legt also Anzahl und Größe der Abbildungen (sofern vorhanden) fest und berechnet die Gesamtzeichenzahl, die der Autor abliefern soll. Die Abbildungen oder Fotos muss man entweder erstellen lassen oder für die Auflage lizensieren. Auch während des Schreibens trifft man sich immer wieder, telefoniert, schickt Emails oder ähnliches, um das Buch in die richtige Richtung laufen zu lassen. Ist es vom Autoren fertig, so kommt es ins Lektorat. Dort werden nicht nur Rechtschreibung und Grammatik korrigiert, sondern auch die Fakten überprüft. Ist alles zusammen, setzt der Designer das ganze Buch. Es wird eine ISBN aus dem Block des Verlages genommen und das Buch wird beim Verzeichnis lieferbarer Bücher angemeldet.
Anschließend wird das Buch gedruckt und an den Verlag geliefert. Der Verlag verkauft die Bücher selten selbst in Läden oder im Onlineshop; meist werden die Bücher an den Buchhandel geliefert, oft über größere Zwischenhändler wie KNV oder an Onlineshops wie Amazon. Die Rabatte, die der Buchhandel dabei erhält, sind der Gewinn, von dem diese dann leben. Diese Rabatte können im Einzelfall bis 50% gehen, wie man im Börsenblatt des Buchhandels nachlesen kann.
Der Autor bekommt ein (meist prozentuales) Honorar an den verkauften Büchern.
Somit sieht man, dass der Druck nur ein kleiner Kostenfaktor in der gesamten Produktion ist.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, also fangen wir mit einem Tortendiagramm an und zerlegen die einzelnen Punkte:

Kalkulation Buch (print)

Kalkulation Buch (print)

Die oben abgebildete Kalkulation habe ich gerade aus Daten eines aktuellen Projekts erstellt. Es sind also belastbare Werte aus der Praxis. Es wird auf eine Auflage von 1000 Büchern gerechnet, mit welcher wir (und andere kleine Verlage) oft anfangen. Hier eine Erläuterung der Punkte. Das Tortendiagramm wird oben mittig beginnend entgegen des Uhrzeigersinns gelesen, die Legende von oben nach unten.

- Personal allgemein: Kosten für die Gespräche, die man während der Erstellung des Buches führt, Verlagsbesprechungen (anteilig), Arbeitszeit für die Erstellung der Verträge und so weiter
- Grafik: Das Cover  und einige Visualisierungen für das Buch
- Marketing: Anzeigen schalten, Kampagnen online und offline planen, Buchhandlungen abklappern, Messen besuchen
- Layout/Satz: Alle Teile (Bild und Text) müssen ordentlich aussehen, Zeilenumbrüche stimmen, der Text ins Buch passen
- Bildrechte: Die meisten Bilder müssen wir aus Archiven lizensieren
- Autor: Er bekommt ein Honorar, welches normalerweise prozentual angegeben wird
- Druckkosten: Das unvermeidliche. Je nach Größe, Anzahl der Abbildungen, Papier usw. gibt es gewaltige Unterschiede
- Lager: 1000 Bücher müssen verfügbar sein, trocken und dunkel gelagert,  und in Regalen liegen. Die Kosten sind in diesem Fall pauschal auf ca. 1 Jahr umgerechnet. Wir haben ein großes Lager mit vielen Regalen, da lässt es sich kaum genauer errechnen.
- Vertrieb: Reklamationen, Versand  und Remittenden, dazu die Kosten für Verpackung und Porto
- Freiexemplare: Die Autoren und andere bekommen kostenlose Exemplare
- Rabatt: Der Buchhandel lebt von dem Rabatt, den die Verlage gewähren. Davon müssen sie aber auch die Buchhandlung, Angestellte, ihr Marketing usw. finanzieren.
- Gewinn: Der kleine Teil, der uns bleibt. Weniger als die Leute oft meinen.

Nicht Berücksichtigt wurden in diesem Fall die Kapitalkosten. Da wir etwa alle zwei Wochen einen Titel verlegen, der mindestens 1.000 mal gedruckt wird, binden wir einiges Kapital. Über das Jahr werden also rund 30.000 Bücher inklusive aller Rechte vorfinanziert. Das verringert die Liquidität erheblich. Ich vermute auch, dass das die größte Expansionsbremse für kleine Verlage ist.

Auch kommt nicht vor, wie viele Bücher nie verlegt werden. Im Jahr hat man da schnell eine ordentlich fünfstellige Summe an Fehlinvestitionen zusammen. Die Gründe sind vielfältig, aber es tritt regelmäßig auf.

Die Kosten hier beziehen sich auf eine Erstauflage. Bei weiteren Auflagen verändern sich die Kosten aber nur bedingt. Da der Autor fast immer das Buch überarbeitet muss die Layouterin erneut ran. Das Marketing bewirbt die neue Auflage und die Grafik macht eine Banderole “2. aktualisierte Auflage”. Das ist definitiv weniger Arbeit, als bei der Erstauflage, aber kostet auch Geld. Alle anderen Kosten laufen dabei unverändert weiter.

Was kostet ein eBook?
Ein eBook kostet an sich das gleiche. Nur, dass man sich den Druck und den Buchhandelsrabatt spart. Dafür braucht man einen anderen Vertrieb, z.B. über den Amazon-Kindle Shop, über den Apple Bookstore oder andere. Hierfür sind wiederum Provisionen fällig, die grob zwischen 10% und 30% liegen. Diese sind hier als “Rabatt” aufgeführt. Zusätzlich hat man Arbeit damit die Bücher in die Shopsysteme (Amazon, Libri, Apple Bookstore usw.) einzustellen oder man muss einen Dienstleister dafür bezahlen. Auch braucht jedes eBook in jedem Format (pdf, mobi, epub) eine eigene ISBN. Das heißt, dass jedes eBook noch mal angefasst werden muss und man es nicht ordentlich automatisieren kann.

Kalkulation eBook

Kalkulation eBook

Auf der anderen Seite kann man bereits produzierte Bücher zu eBooks konvertieren und zweit-verwerten. Dadurch verteilen sich die initialen Kosten auf mehr Verkäufe. Die Autorenhonorare und die Bildrechte fallen dennoch an. Auch diese muss man meist für eine “Auflage” von z.B. 1000 Stück lizensieren. Man kann also kein Buch zum Testen “mal eben” als eBook einstellen. Gerade zu Beginn überlegt man daher sehr genau, welches Buch man als eBook herausbringen will. Und mal ehrlich: Wer von Euch hatte dieses Jahr vor, ein Buch von uns als eBook zu kaufen? Man muss erst mal Werbung dafür machen und seine Kunden in die digitale Welt ziehen.

Das Argument “das Buch gibt es eh schon, bringt es doch kostenlos als eBook heraus” klappt also nicht. Somit kann man selbst ein Buch, welches man 10 Millionen Mal verkauft hat, nicht kostenlos anbieten. Es würde gehen, wenn man es nur über die eigene Homepage vertreibt, es selber geschrieben hat, die Bilder rechte-frei sind und auf sein Honorar verzichtet. Ein Beispiel dafür ist das Buch “Gulli Wars” über das Online-Portal gulli.com. Dieses wurde allerdings während der (bezahlten) Arbeitszeit geschrieben, oft heruntergeladen aber nur wenige hundert Mal verkauft. Es gab kein Interesse an einer kommerziellen Verwertung des Werkes.

Welche Probleme gibt es in der Praxis?
Will man also eBooks zumindest günstig anbieten will, so muss man sie über den eigenen Shop verkaufen. Der Shop muss also den Verkauf von Dateien in irgend einer Art unterstützen. Das ist nicht so trivial, wie man manchmal meint. Zum anderen kommt vermutlich kein iPad oder Kindle Benutzer je an diesem Shop vorbei. Man müsste also massiv Marketing machen. Alternativ muss man es wieder kostenpflichtig in die gängigen eBook-Märkte einstellen.

Im normalen Buchhandel hat man als kleiner Verlag oft das Problem, dass die Bücher nicht in der ersten Reihe liegen, sondern etwas versteckter oder nur im jeweiligen Regal, aber nicht bei den Top-Titeln. Auch das sorgt dafür, dass der Verkauf schlechter läuft. Man muss mehr Marketing machen, den Vertrieb die Ware besser präsentieren lassen und den ganzen Sachen einfach mehr hinterherlaufen.

Buch im Print und als eBook?
Schwer auch ist die Zielgruppe derer, die ein Buch als Papier- und eBook-Version wollen. Dass man das gleiche Werk nicht zweimal bezahlen möchte, kann ich gut verstehen. Als Verlag auseinander zu halten, wer bereits das Buch im Print hat und wer nicht, geht aber auch kaum. Dort wäre eine Art Doppel-Lizenz das Mittel der Wahl. Ich weiß aber nicht, wie man das derzeit umsetzen kann. Ein QR-Code im Buch wurde oft als Allheilmittel gesehen. Dazu müsste aber jedes Buch identifizierbar sein. Im Film “Soylent Green” haben Bücher Seriennummern. Bei uns zum Glück nicht. Und eine individuelle Nummer, URL oder ähnliches würde den Druck deutlich verteuern. Wir sind aber offen für Vorschläge aller Art dazu.

Ergebnis
Kostenlose eBooks sind in kommerziellen Verlagen aufgrund der Lizenzpolitik heute nicht möglich. Macht man selber ein Buch und verzichtet auf sein Honorar, so ist es durchaus möglich. Jedoch fehlt einem dann der große Vertriebskanal. Bei Fair-Pay-Modellen hat man keine feste Kalkulationsgrundlage für die Ausgaben des Verlages, allen voran die Gehälter der Angestellten. Denn die möchten ungerne auf einer ungewissen Provisionsbasis arbeiten. Zum anderen sieht man in  diesem Beitrag, dass die Druckkosten, welche oft für den Bärenanteil gehalten werden, eher weniger ins Gewicht fallen. Lizenzen und Mitarbeiter sind die Dinge, die ein Buch ausmachen und somit auch die Kosten.

Wir freuen uns auf eure Kommentare zu diesem Thema!


Neueröffnung Buchlokal in Pankow

Ein Weihnachtsgeschenk für Pankow: die Buchhandlung Buchlokal feierte gestern ihre Eröffnung mit großem Programm. Kathi stattete ihr einen Besuch ab. Neben dem Sektempfang wurden Gäste zu einer Lesung von Jan Peter Bremer eingeladen, der sein Buch »Der amerikanische Investor« vorstellte. Auch wer nicht persönlich da war, konnte mithören: Die Lesung wurde auf Rock Radio live übertragen. Das Buchlokal plant auch in Zukunft regelmäßige Veranstaltungen.

Schon Wochen vor der Eröffnung informierte die Facebook-Seite ihre Fans über die Entwicklung der Buchhandlung. Auch das Börsenblatt berichtete. Mit speziell für die Buchhandlung angefertigen Buchregalen, inklusive einem in ein Regal verwandeltes Piano, einer gemütlichen Kinderecke mit Lesemöbeln und natürlich einer schönen Auswahl an Büchern, freuen wir uns über Inhaberin Friedrike Zöllners Beitrag zu Berlins literarischen Seite.

Weitere Informationen gibt es unter www.buchlokal.de.

 

Und hier die ersten Eindrücke:

 

 


Willkommen im Blog

In Kürze wird man in diesem Blog mehr über den Verlag lesen können.